Produktion/Absatz, Arbeit

EU-Kommissar besucht Thyssenkrupp-Stahlwerk

20.03.2025 - 17:42:52 | dpa.de

Der EU-Kommissar fĂŒr Industriestrategie, StĂ©phane SĂ©journĂ©, hat den Willen der Kommission unterstrichen, die Stahlindustrie in Europa zu erhalten.

"Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, damit diese Industrie in Europa eine Zukunft hat", sagte der Politiker bei einem Besuch des Thyssenkrupp DE0007500001-Stahlwerks in Duisburg. SĂ©journĂ© besuchte das Werk einen Tag nach der Vorstellung eines europĂ€ischen Aktionsplans fĂŒr Stahl und Metalle in BrĂŒssel. Thyssenkrupp ist Deutschlands grĂ¶ĂŸter Stahlhersteller.

Der rechtlich unverbindliche Plan sieht konkrete Schritte zur StÀrkung der WettbewerbsfÀhigkeit der Branche vor. Neben dem Zugang zu sauberer und erschwinglicher Energie geht es dabei unter anderem darum, dass CO2-Emissionen nicht ins Ausland verlagert werden, Recycling vorangetrieben wird und gute ArbeitsplÀtze mit angemessenem Gehalt und hohen Sozialstandards in Europa erhalten bleiben sollen. "Ziel ist es, dem Stahl wieder zum Wachstum zu verhelfen", sagte Séjourné.

Stahlchef Grimm: Plan muss schnell umgesetzt werden

Thyssenkrupp-Stahlchef Dennis Grimm Ă€ußerte sich erfreut ĂŒber den Besuch aus BrĂŒssel. "Das zeigt uns, dass die EU-Kommission die existenziell schwierige Situation der Branche klar vor Augen hat", sagte er. Es mĂŒsse allen klar sein, dass eine Kombination aus globalen ÜberkapazitĂ€ten, nicht ausreichendem Handelsschutz, zu hohen Energiepreisen und den Herausforderungen der Transformation die Stahlindustrie in der Substanz gefĂ€hrde. So seien allein im vergangenen Jahr neun Millionen Tonnen ErzeugungskapazitĂ€t in Europa stillgelegt worden. Nun komme es auf Konsequenz und Geschwindigkeit in der Umsetzung des Plans an. "Wir dĂŒrfen keine Zeit verlieren."

Betriebsratschef zum EU-Kommissar: "Das haben Sie gut gemacht"

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Stahlsparte, Tekin Nasikkol, bedankte sich bei SĂ©journĂ© fĂŒr den Aktionsplan. "Das haben Sie gut gemacht", sagte er. Es gehe nicht nur um den Erhalt einer Industrie, sondern um sichere, gut bezahlte ArbeitsplĂ€tze, um Wertschöpfung in Europa und um die Zukunft einer klimafreundlichen Stahlproduktion, betonte er.

"Die klimaneutrale Transformation der Stahl- und Metallindustrie ist entscheidend fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa", sagte Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (GrĂŒne). Damit die Transformation gelinge, mĂŒssten Unternehmen, Politik und Gesellschaft an einem Strang ziehen. Mit dem Aktionsplan setze die EU-Kommission ein klares Signal fĂŒr eine dauerhaft wettbewerbsfĂ€hige und technologisch fortschrittliche Stahl- und Metallbranche.

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