Champions League, FC Bayern München

FC Bayern verspürt Paris-Prickeln - «Schweineball» von Neuer

16.04.2026 - 12:20:29 | dpa.de

Der FC Bayern lässt sich vom Mythos Real nicht bremsen. Auf die Triple-Jäger um den patzenden Manuel Neuer wartet nun in der Champions League der Titelverteidiger. Der Coach ist erstmal gesperrt.

  • Die Stars des FC Bayern lassen sich feiern. - Foto: Tom Weller/dpa
  • Luis Diaz (M) erlöst die Bayern gegen Real. - Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Manuel Neuer unterläuft gegen Real nach nur 35 Sekunden ein riesiger Fehler. - Foto: Tom Weller/dpa
Die Stars des FC Bayern lassen sich feiern. - Foto: Tom Weller/dpa Luis Diaz (M) erlöst die Bayern gegen Real. - Foto: Sven Hoppe/dpa Manuel Neuer unterläuft gegen Real nach nur 35 Sekunden ein riesiger Fehler. - Foto: Tom Weller/dpa

Nach einer «Drama-Nacht» samt «Schweineball» von Manuel Neuer wuchs bei den schier unverwüstlichen Bayern schon das Prickeln vor den beiden Champions-League-Highlights gegen Paris Saint-Germain. Der deutsche So-gut-wie-Meister setzt nach dem hochemotionalen Weiterkommen gegen Real Madrid seine Jagd auf das Triple in dieser Saison fort und will im zumindest gefühlten vorgezogenen Endspiel gegen den Titelverteidiger aus Frankreich dem europäischen Gipfel wieder ganz nahe kommen.

«Es gibt jetzt nur die allergrößte Aufgabe», formulierte Trainer Vincent Kompany den Superlativ vor den beiden Kräftemessen am 28. April in der französischen Hauptstadt, wo er wegen seiner dritten Gelben Karte gesperrt ist, und dem Rückspiel in der Münchner Arena am 6. Mai. «Der Glaube, dass wir das schaffen können, ist da.» So klingt das Bayern-typische «Mia san Mia».

Weg mit dem Mythos

Und das haben sich die Münchner, die schon an diesem Sonntag (17.30 Uhr) im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart zum 35. Mal deutscher Meister werden könnten, in der Königsklasse mit Willenskraft und Widerstandsfähigkeit erarbeitet. «Bayern München lässt Real Madrid mit leeren Händen zurück und nimmt ihnen ihren Mythos», schrieb «Sport» in Spanien nach dem 4:3 (2:3) der Bayern am Mittwochabend im Viertelfinalrückspiel gegen die Königlichen.

Der schon nach 35 Sekunden folgenschwer patzende Manuel Neuer sprach von einer «Drama-Nacht» gegen nach dem Schlusspfiff wegen der Schiedsrichterleistung schäumende Madrilenen. Dass seine Bayern trotz des 2:1 aus dem Hinspiel ins Wanken gerieten, daran hatte auch der 40 Jahre alte Schlussmann nur eine Woche nach seiner Weltklasseleistung seinen Anteil.

«Für mich war es schwierig in der Situation, weil ich den Ball zu Stani spielen wollte auf die rechte Seite, ich treffe ihn sehr schlecht. Es war einfach ein Schweineball, den ich gespielt habe», beschrieb der wechselhafte Neuer seinen Aussetzer beim Versuch des Zuspiels auf Außenverteidiger Josip Stanisic.

Kompany scherzt über Tribünenplatz

«Das ist natürlich ein blöder Start für mich. Aber ich muss auch versuchen, das wegzustecken und weiterzuspielen, so wie wir es immer machen», meinte Neuer, dessen Zukunft über diesen Sommer hinaus weiter ungeklärt ist, über sich und beschrieb dabei auch eine in dieser Saison hervorstechende Qualität seiner Mannschaft: Diese Bayern können viel einstecken. Zum Beispiel drei Rückstände im Rückspiel gegen Madrid.

«Wir haben wieder viel Charakter gezeigt, absoluten Glauben und Willen, sich zurück in dieses Spiel zu kämpfen», sagte Kompany stolz über etwas, das bei seinen Bayern gewachsen ist: «Du beginnst mit dieser Charaktereigenschaft, diesem Glauben, nicht am 15. April. Wir haben es schon so oft in dieser Saison gezeigt. Das ist ein Teil unserer Mannschaft.»

Seine Verwarnung konnte Kompany zwar nicht nachvollziehen, der Belgier fand aber angesichts des Innenraumverbots schnell seinen Humor. «Ich kann mich in der ersten Halbzeit vielleicht neben Luis Enrique setzen», meinte er launig über das Hinspiel Ende des Monats. Der Pariser Trainer verfolgt schließlich gerne mal die erste Halbzeit seiner Mannschaft von der Tribüne aus, ehe er zum zweiten Durchgang am Spielfeldrand Platz nimmt.

220-Millionen-Euro-Trio

Welcher seiner Assistenten ihn im Pariser Prinzenpark während des Spiels als Coach ersetzt, wird Kompany erst nach einer Teambesprechung klären. «Ich mache mir da aber keine Sorgen. Es bleiben die Spieler, die das Spiel entscheiden», sagte Kompany.

Gegen Real waren das unter anderem die für zusammen rund 220 Millionen Euro Ablöse verpflichteten Harry Kane, Luis Díaz und Michael Olise. Und dieses Trio ist wirklich sein Geld wert. «Danach wird sich jeder andere Verein die Finger lecken», meinte Vereinspräsident Herbert Hainer über diese Deluxe-Offensive, die auch mitverantwortlich für den Bundesligatorrekord in dieser Saison ist. 

Von Kane, Díaz und Olise wird gegen PSG so einiges abhängen. Auf Jamal Musiala dürfte das ebenso zutreffen. Der lange verletzte Nationalspieler belebte nach seiner Einwechslung gegen Madrid in seinem 50. Champions-League-Spiel die Münchner Offensive. Und Paris wird für ihn ein besonderes Spiel. Denn der 23-Jährige hatte sich bei der Club-WM 2025 beim Viertelfinal-Aus gegen die Franzosen bei einem schweren Zusammenprall mit Torwart Gianluigi Donnarumma, der mittlerweile bei Manchester City spielt, einen Bruch des Wadenbeins und eine Verrenkung des Sprunggelenks zugezogen.

«Wir müssen uns vor keinem fürchten»

Nur wenige Monate später trafen beide Mannschaften in der Königsklasse erneut aufeinander. Die Münchner gewannen während der Ligaphase mit 2:1 in Paris, als Díaz erst doppelt traf und dann mit Rot vom Platz flog. «Die beiden besten Teams in Europa treffen aufeinander», befand Mittelfeldspieler Joshua Kimmich. «PSG ist mit die beste Mannschaft der Welt», konstatierte Neuer.

Die Favoritenrolle sehen die Münchner bei Luis Enriques Mannschaft. «Wir sind einer der Aspiranten», sagte Vorstandsboss Dreesen über die bajuwarische Champions-League-Gier. «Wenn einer Favorit ist, dann ist es Paris Saint-Germain.» Und was wäre das für eine Geschichte, wenn die Bayern auch noch diese Franzosen ausschalten würden, die 2025 ausgerechnet in der Münchner Arena den Champions-League-Titel geholt hatten. Hainer befand berechtigterweise: «Wir müssen uns vor keinem fürchten.»

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