FDP, Bundeswehr-AbhöraffÀre

FDP diskutiert ĂŒber Bundeswehr-AbhöraffĂ€re

02.03.2024 - 15:36:56

Der FDP-Verteidigungspolitiker Marcus Faber wertet den in russischen Internet-KanĂ€len kursierenden Audiomitschnitt eines abgehörten GesprĂ€chs von Bundeswehroffizieren ĂŒber den Marschflugkörper Taurus als Versuch des russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin, in Deutschland Einfluss zu nehmen.

"Putin versucht mit allen Mitteln Unruhe zu stiften", sagte Faber der "Welt am Sonntag". "Die Abhörung und Veröffentlichung dieses GesprĂ€chsmitschnitts ist der neue Stil der Diktatur im Kreml." FĂŒr Fachleute ergĂ€ben sich aus dem GesprĂ€chsmitschnitt "keine neuen oder geheimen Erkenntnisse".

Dennoch sei die Spionage "Ă€rgerlich", so Faber. Parteikollegin Marie-Agnes Strack-Zimmermann fordert Konsequenzen aus dem Vorfall. "Es muss endlich Schluss sein mit unserer NaivitĂ€t. Cyberangriffe, Spionage und Desinformation sind bereits heute massiv angestiegen", sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagsausgaben). "Wir mĂŒssen dringend unsere Sicherheit und Spionageabwehr erhöhen, denn wir sind auf diesem Gebiet offensichtlich vulnerabel." Spionage gehöre zum Instrumentenkasten von Russlands hybrider KriegsfĂŒhrung, so Strack-Zimmermann. "Es ist weder ĂŒberraschend noch verwunderlich, dass GesprĂ€che abgehört werden. Es war nur eine Frage der Zeit, wann es öffentlich wird." Ziel der Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt sei, Kanzler Olaf Scholz (SPD) davon abzuschrecken, doch noch Taurus-Marschflugkörper in die Ukraine zu liefern, so Strack-Zimmermann. Fraktionsvize Konstantin Kuhle sagte dem "Handelsblatt": "Sollte sich bewahrheiten, dass die interne Kommunikation der Bundeswehr kompromittiert wurde, bedarf es einer Generalrevision der gesamten internen Infrastruktur zur internen Kommunikation sicherheitsrelevanter Stellen in Deutschland." Der Vorfall mĂŒsse nun "grĂŒndlich untersucht" werden. "Auch zwei Jahre nach der Eskalation des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine scheinen bestimmte staatliche Strukturen in Deutschland nicht hinreichend auf die Sicherheitslage eingestellt zu sein."

@ dts-nachrichtenagentur.de