Frauenanteil in Dax-VorstÀnden steigt auf Rekordwert
17.12.2024 - 06:29:54Erstmals sind mehr als ein Viertel (25,7 Prozent) der VorstÀnde in den 40 Dax DE0008469008-Unternehmen weiblich, wie eine Analyse der Organisation "Frauen in die AufsichtsrÀte" (Fidar) zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das sei etwas mehr als bei einer vorherigen Studie im Januar (23,5 Prozent) und ein Rekord seit Berechnung des Fidar-Index im Jahr 2011.
Auch in die AufsichtsrÀte ziehen demnach immer mehr Frauen ein: Hier lag die Quote im Dax bei 39,7 Prozent, gut ein Prozentpunkt mehr als im Januar.
"Wir sehen bei den Dax-40-VorstĂ€nden, was verbindliche Regelungen fĂŒr gleichberechtigte Teilhabe bewirken können", sagt Fidar-GrĂŒndungsprĂ€sidentin Monika Schulz-Strelow. Die Dax-Konzerne hĂ€tten in den vergangenen zehn Jahren den Frauenanteil in den VorstĂ€nden mehr als verdreifacht - "und das trotz aller geĂ€uĂerten Zweifel, es gĂ€be gar nicht genĂŒgend qualifizierte Frauen, um die geforderten Positionen zu besetzen".
Allein seit Juni wurden der Studie zufolge sieben Frauen in die VorstĂ€nde von Dax-Konzernen bestellt. Zudem gibt es erstmals drei Frauen an der Spitze: Merck-Chefin BelĂ©n Garijo, Bettina Orlopp, die seit Oktober die Commerzbank DE000CBK1001 fĂŒhrt, und Karin Radström, ebenfalls seit Oktober Chefin von Daimler Truck DE000DTR0CK8.
Von Geschlechtergleichstand weit entfernt
FĂŒr die Studie wurden zum Stichtag 1. Dezember die VorstĂ€nde der 160 Unternehmen aus den Börsenindizes Dax, MDax DE0008467416 und SDax DE0009653386 sowie von 18 weiteren börsennotierten und paritĂ€tisch mitbestimmten Firmen untersucht.
Im Schnitt ĂŒber alle untersuchten Unternehmen waren Fidar zufolge ein FĂŒnftel (20,3 Prozent) der VorstĂ€nde weiblich - etwas mehr als im Januar (18,9); auch das ein Rekord. In den AufsichtsrĂ€ten stieg der Frauenanteil dagegen nur minimal auf 37,2 Prozent. Von GeschlechterparitĂ€t sei man noch weit entfernt, kritisierte Schulz-Strelow.
Im Dax war der Frauenanteil im Vorstand des RĂŒstungskonzerns Rheinmetall DE0007030009 am höchsten, gefolgt von der Commerzbank und dem Medizintechnikanbieter Siemens Healthineers DE000SHL1006. Am Ende standen der Baustoffkonzern Heidelberg Materials DE0006047004, Volkswagen DE0007664039 und Schlusslicht Porsche SE DE000PAH0038.
Fidar: Vorschriften wirken - trotzdem Nachholbedarf
Um mehr Frauen ins Top-Management zu bringen, hat die Politik gesetzliche Pflichten eingefĂŒhrt: Seit 2016 gilt eine Quote von 30 Prozent Frauen bei der Neubesetzung von AufsichtsrĂ€ten börsennotierter und paritĂ€tisch mitbestimmter Unternehmen. Seit Sommer 2022 muss zudem bei groĂen Firmen mit VorstĂ€nden, die mehr als drei Mitglieder haben, mindestens eine Frau im FĂŒhrungsgremium vertreten sein.
Diese Regeln wirkten, meint Fidar. Bei den derzeit 100 Unternehmen, fĂŒr die die Quote im Aufsichtsrat gelte, sei der Frauenanteil sowohl in AufsichtsrĂ€ten als auch in VorstĂ€nden mit gut 38 Prozent beziehungsweise knapp 24 Prozent deutlich höher als bei den 78 Unternehmen, die nicht unter die Quote fallen. Das zeige, dass freiwillige Selbstverpflichtungen kaum zu Verbesserung fĂŒhrten.

