Gauck, Zuzug

Gauck wirbt fĂŒr Zuzug von ArbeitskrĂ€ften

05.10.2024 - 08:30:19

Der frĂŒhere BundesprĂ€sident Joachim Gauck hĂ€lt einen Zuzug von ArbeitskrĂ€ften fĂŒr dringend geboten, damit Deutschland als Exportnation wirtschaftlich erfolgreich sein kann.

"Jedem, der sich unsere Wirtschaft anschaut, wird klar, dass dieses Land ohne den Zuzug von ArbeitskrÀften nicht erfolgreich sein kann", sagte Gauck den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). "In Deutschland werden einfach zu wenig Kinder geboren, und es gibt einfach zu wenig arbeitsfÀhige und arbeitswillige Bio-Deutsche." Zugleich erklÀrte der ehemalige BundesprÀsident aber auch, dass es ein "Gebot der politischen Vernunft" sei, Zuwanderung zu steuern und nötigenfalls auch zu begrenzen.

"Wenn die traditionellen Parteien der Mitte die durch die Zuwanderung mitgebrachten Probleme nicht deutlich besprechen und aktiv gegensteuern, entsteht ein GefĂŒhl von Kontrollverlust." Der Satz der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), "Wir schaffen das", sei eine gute Botschaft gewesen. Wenn darauf aber nicht folge, wie man es schaffe und konkrete Maßnahmen ergriffen wĂŒrden, dann könne "fehlende Handlungsbereitschaft zum VerstĂ€rker einer anthropologisch angelegten Angst vor dem Fremden werden", so Gauck. Trotzdem lasse sich nicht rational erklĂ€ren, dass auslĂ€nderfeindliche Forderungen der AfD im Osten stĂ€rker als im Westen verfangen wĂŒrden. "Aber ein Teil des Wahlvolkes und auch einige politische Akteure sind mit rationalen Argumenten nicht mehr zu erreichen. Unsere humanitĂ€ren Verpflichtungen und der Zusammenhalt in Europa interessieren die AfD nicht", sagte Gauck. Als GrĂŒnde fĂŒr das Erstarken der AfD im Osten nannte Gauck "viel Frust und eine Erfahrung der Entwurzelung", die unter aus den Erfahrungen der Nachwendezeit entstanden seien, als viele ostdeutsche Betriebe schließen mussten und die Menschen arbeitslos geworden seien. "Es gibt keine CharaktermĂ€ngel der Ostdeutschen, die zu einem abweichenden Wahlverhalten fĂŒhren", so Gauck. "Vielmehr: die anderen LebensumstĂ€nde erschwerten das Erlernen von Eigenverantwortlichkeit."

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