Hanau, Rassistischer Anschlag

Hessens Innenminister: Hanau-Attentat nicht verhinderbar

07.07.2023 - 14:31:41

Der hessische Innenminister Beuth rÀumt im Untersuchungsausschuss zu dem rassistischen Anschlag in Hanau mit neun Toten Fehler ein - sagt aber auch, die Polizei habe «gute Arbeit gemacht».

Die Polizei hÀtte den rassistischen Anschlag von Hanau mit neun Toten aus Sicht des hessischen Innenministers Peter Beuth nicht verhindern können.

Eine absolute Sicherheit vor solchen Attentaten werde es in freiheitlichen Demokratien «leider nicht geben», sagte der CDU-Politiker im parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Wiesbaden zu dem Anschlag am 19. Februar 2020. Die Polizei habe keineswegs versagt, sondern «gute Arbeit gemacht», auch wenn es «Fehler gegeben» habe.

Der TĂ€ter war laut Beuth vorher «nicht in Erscheinung getreten». Er sei bei dem Anschlag «nicht zu stoppen» gewesen. DafĂŒr sei er «viel zu schnell, zu planmĂ€ĂŸig und zu skrupellos» vorgegangen. In fĂŒnf Minuten erschoss der 43-jĂ€hrige Deutsche in Hanau neun junge Menschen aus rassistischen Motiven. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst.

Hanauer Polizeinotruf in der Tatnacht ĂŒberlastet

Der hessische Innenminister betonte, bei dem «abgrundtief bösen» Anschlag sei die binnen Minuten eingetroffene Polizei auf eine zunĂ€chst unĂŒbersichtliche und komplexe Lage gestoßen. Es sei zuerst unklar gewesen, ob es noch mehr TĂ€ter und Tatorte gegeben habe und wo der AttentĂ€ter danach gewesen sei. Beuth gestand erneut ein, dass der Hanauer Polizeinotruf in der Tatnacht ĂŒberlastet gewesen sei - es habe keine funktionierenden Â«Ăœberlauf» bei mehreren gleichzeitigen Anrufen gegeben. Dieses ihm seinerzeit unbekannte Problem sei inzwischen technisch behoben, sagte der Minister.

Seit dem Sommer 2021 beschÀftigen sich Abgeordnete des hessischen Landtags in dem Untersuchungsausschuss mit dem Anschlag. Dabei soll geklÀrt werden, ob es vor, wÀhrend und nach der Tat zu Behördenversagen gekommen ist. Die Zusammenkunft am Freitag war voraussichtlich die letzte öffentliche Sitzung.

@ dpa.de