Baerbock nach LĂŒgevorwurf von Scholz gegen Wahlkampfrhetorik
20.01.2025 - 18:08:56AuĂenministerin Annalena Baerbock warnt Kanzler Olaf Scholz (SPD) im Streit ĂŒber die Finanzierung neuer Ukraine-Hilfen davor, das Thema im Wahlkampf zu instrumentalisieren. Sie wolle «in aller Ernsthaftigkeit sagen, dass die Zeiten zu herausfordernd sind, dass Deutschland eine zu groĂe Verantwortung trĂ€gt, als dass wir jetzt in den nĂ€chsten Wochen alle in Wahlkampfrhetorik verfallen sollten», sagte die GrĂŒnen-Politikerin bei einem Treffen mit ihrem litauischen Kollegen K?stutis Budrys in Berlin. Zuvor hatte Scholz seine Widersacher in der Debatte der LĂŒge bezichtigt.
«Es ist eine essenzielle Frage fĂŒr das Vertrauen in Europa, ob wir fĂ€hig sind, im Interesse unser aller Sicherheit, unserer europĂ€ischen Sicherheit, zu handeln», fĂŒgte Baerbock hinzu. Alle in der Regierung hĂ€tten den europĂ€ischen NachbarlĂ€ndern ihr Wort gegeben, dass man an der Seite der Ukraine stehe, solange diese Deutschland brauche und dass Deutschland an der Seite seiner osteuropĂ€ischen Partner stehe. «Deswegen ist es wichtig, dass wir gerade in schwierigen Momenten genau das weiter umsetzen», forderte Baerbock.
Baerbock: Deutschland muss weiter zu seiner Verantwortung stehen
In GesprĂ€chen mit ihren Amtskollegen kĂ€men Fragen auf, ob Deutschland weiter zu seiner Verantwortung stehe, sagte Baerbock. «Ich möchte als deutsche AuĂenministerin sagen: Ja, das tun wir.» Deswegen bereite das AuswĂ€rtige Amt mit dem Verteidigungsministerium eine Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestages in der nĂ€chsten Woche weiterhin vor, bei der es um die Ukraine-Milliarden gehen soll.Â
Scholz: Deutsches Volk wird belogen
Scholz hatte bei der Veranstaltung «Fragen Sie die Spitzenkandidaten» der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» in Frankfurt am Main den Ton verschĂ€rft und gesagt: «Ich habe das GefĂŒhl, ich sage das hier so offen: Im Augenblick wird mit gröĂter IntensitĂ€t, groĂer Umsicht das deutsche Volk belogen.» Auf die Nachfrage, von wem, fĂŒgte der SPD-Kanzlerkandidat hinzu: «Von allen, die sich darum bemĂŒhen, eine Frage auszuklammern: Wie bezahlen wir es.»Â
Scholz will fĂŒr die Finanzierung von drei Milliarden Euro fĂŒr zusĂ€tzliche Hilfen fĂŒr die Ukraine die Schuldenbremse aufheben. Die Union, die FDP und auch die GrĂŒnen, sein verbliebener Koalitionspartner, wollen noch vor der Bundestagswahl zusĂ€tzliche Waffenlieferungen in die Ukraine ĂŒber eine auĂerplanmĂ€Ăige Ausgabe im Haushalt finanzieren.


