Wadephul, Gefahr

Wadephul: Gefahr militÀrischer Konfrontation in Ostsee real

20.06.2025 - 12:43:36

Der Ostseeraum hat sich nach Ansicht von Außenminister Johann Wadephul zu einem gefĂ€hrlichen geopolitischen Hotspot entwickelt.

"Dies ist eine Zone, in der die Gefahr einer militĂ€rischen Konfrontation real ist, eine Zone, in der Russlands hybride AktivitĂ€ten unseren Frieden und unsere Sicherheit untergraben", sagte der CDU-Politiker zum Start der "Kiel Security Conference". Die Ostsee habe sich zu einer SchlĂŒsselregion fĂŒr die Sicherheit Europas entwickelt.

Bei der Sicherheitskonferenz sprechen politische EntscheidungstrĂ€ger, fĂŒhrende MilitĂ€rs und Experten ĂŒber die verĂ€nderte Lage im Ostseeraum. Daran nahm zum Start neben Wadephul auch Lettlands Außenministerin Baiba Braze teil. Beide richteten den Blick auch auf die sogenannte russische Schattenflotte.

Hybride Operationen

Schiffe wĂŒrden ihre Anker werfen, um unter Wasser Daten- und Energiekabel zu beschĂ€digen, sagte Wadephul. Russische Kriegsschiffe verhielten sich aggressiv, russische Flugzeuge verletzten den Nato-Luftraum, Frachter stĂŒnden im Verdacht, als Plattformen fĂŒr den Einsatz ziviler Truppen zu dienen.

"Diese hybriden Operationen und militÀrischen Provokationen sind gefÀhrlich und sie folgen einem Muster: Ihr Ziel ist es, unsere Gesellschaften zu destabilisieren und unsere ReaktionsfÀhigkeit auf die Probe zu stellen", sagte Wadephul. Dem russischen PrÀsidenten Wladimir Putin sei die strategische Bedeutung des Ostseeraums bewusst. Deshalb sei eine starke und flexible militÀrische PrÀsenz dort wichtig.

Deutschland werde helfen, jeden Quadratmeter des Nato-Territoriums zu verteidigen, sagte Wadephul. Deshalb sei das Land bereit, nicht nur 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung fĂŒr Verteidigung, sondern weitere 1,5 Prozent fĂŒr Infrastruktur und Cybersicherheit auszugeben. Zuletzt lag die deutsche Quote bei etwa 2,1 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Zahl hybrider Attacken gestiegen

Lettlands Außenministerin Braze betonte, Wunschdenken sei keine gute Strategie im Umgang mit Sicherheits- und Verteidigungsbedrohungen. Die Zahl hybrider Attacken sei zuletzt stark angestiegen. Der Ostseeraum sei in das Zentrum der russischen AktivitĂ€ten gerĂŒckt. "Wenn in der Ostsee etwas passiert, ist das eine Katastrophe." Dies gelte in ökologischer, ökonomischer und weiterer Hinsicht.

@ dpa.de