Geheimdienste, Terrorismus

Vereitelter Mordanschlag: Beck will hĂ€rtere Gangart gegenĂŒber Iran

21.05.2026 - 18:40:59 | dts-nachrichtenagentur.de

Der PrĂ€sident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, hat die Bundesregierung nach dem vereitelten Mordanschlag gegen ihn zu einer hĂ€rteren Gangart gegenĂŒber dem Iran aufgefordert.

Volker Beck und Daniel Botmann (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Volker Beck und Daniel Botmann (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Alles Gerede von StaatsrÀson sei "leeres GewÀsch, wenn man den Iran weiter hÀtschelt und tÀtschelt", sagte Beck dem TV-Sender "Welt" am Donnerstag.

Er habe von dem Anschlagsversuch im letzten Sommer erfahren. "Und danach hatte ich auch sechs Wochen eine der höchsten Stufen des Personenschutzes, die man im Land so anbieten kann. Ein Weg zum MĂŒlleimer war ohne Polizeibegleitung nicht möglich", so Beck.

Er sei erleichtert gewesen, als man dann den VerdÀchtigen und dessen Komplizen festgenommen habe, aber er habe lange Zeit nicht gewusst, wie akut die Gefahr wirklich gewesen sei. "Das habe ich gestern erst von einem Reporter der "Bild-Zeitung" erfahren, dass offensichtlich schon eine Pistole zu meiner Ermordung beschafft worden war."

GrundsĂ€tzlich sei bekannt, dass der Iran auf deutschem Gebiet Juden, jĂŒdische Einrichtungen und Israel-Freunde "als Target hat und auch regelmĂ€ĂŸig immer wieder angreift und das leider konsequenzenlos fĂŒr die deutsche Außenpolitik bleibt", so Beck. Er erwarte jetzt aber, dass die deutsche Politik endlich konsequent handele und auch den iranischen Botschafter ausweise. "Es kann doch nicht sein, dass hier jemand ĂŒber seine Botschaft und seine MittelsmĂ€nner in Deutschland Killer anheuert gegen deutsche StaatsbĂŒrger, gegen den ZentralratsprĂ€sidenten, mich."

Er fragte, was das Gerede von "die Sicherheit des jĂŒdischen Lebens ist unverhandelbar" und der deutschen "StaatsrĂ€son" solle. "Das ist alles leeres GewĂ€sch, wenn man den Iran weiter hĂ€tschelt und tĂ€tschelt, wie man es in den letzten Jahrzehnten getan hat und wie man es jetzt weiter tut."

Besonders empört zeigte sich Beck ĂŒber den deutschen Außenminister Johann Wadephul (CDU), weil der sich abschĂ€tzig ĂŒber die Relevanz des israelischen Geheimdienstes geĂ€ußert hatte. "Dem Außenminister Wadephul möchte ich gerne ins Stammbuch schreiben, der im letzten Jahr behauptet hat, wir seien auf israelische Geheimdienstinformationen nicht angewiesen: Ohne israelische Geheimdienstinformationen wĂ€re ich vermutlich tot - und ich wĂ€re womöglich nicht der Einzige."

Vor dem Oberlandesgericht in Hamburg waren zwei MĂ€nner angeklagt worden, denen vorgeworfen wird, im Auftrag der iranischen Revolutionsgarden AnschlĂ€ge in Berlin geplant zu habe. Ein aus Afghanistan stammender DĂ€ne soll in der Hauptstadt jĂŒdische Einrichtungen ausgekundschaftet haben und die Ermordung von Josef Schuster, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, sowie dem DIG-Vorsitzenden Volker Beck geplant haben.

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