Metall-Arbeitgeberverband fordert spÀteres Renteneintrittsalter
16.06.2023 - 01:05:22"Wir können nicht auf ewig mit 67 Jahren in Rente gehen - und erst recht nicht mit 63 Jahren", sagte Wolf den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). Die sogenannte Rente mit 63, also der vorzeitige Ruhestand nach 45 Beitragsjahren, bezeichnete Wolf als "Riesenfehler", der den FachkrÀftemangel "dramatisch verschÀrfen" werde.
Die Rentenkassen seien leer, das Umlagesystem funktioniere nicht mehr richtig. Die erhöhte durchschnittliche Lebenszeit belaste die Rentenkasse zusĂ€tzlich. "Wir können nicht auf Kosten der zukĂŒnftigen Generation leben", mahnte Wolf. Zugleich schlug er Ausnahmen von einem höheren Renteneintrittsalter vor. "Wir mĂŒssen unterscheiden: Wer körperlich hart arbeitet, kann sicher nicht mit 70 Jahren in Rente gehen", sagte der PrĂ€sident der ArbeitgeberverbĂ€nde der Metall- und Elektroindustrie. Eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich lehnte der Gesamtmetall-Chef ab: "Ich halte eine ArbeitszeitverkĂŒrzung bei vollem Lohnausgleich fĂŒr einen Riesenfehler, den wir uns nicht leisten können." Eine Vier-Tage-Woche könne man dann einfĂŒhren, wenn an den vier Tagen mehr gearbeitet werde. "DafĂŒr muss das antiquierte Arbeitszeitgesetz geĂ€ndert werden", forderte Wolf. Ruhezeiten und Grenzen fĂŒr die tĂ€gliche Arbeitszeit sollten angepasst werden. Die tĂ€gliche Höchstarbeitszeit will Wolf zugunsten einer Wochenhöchstarbeitszeit abschaffen. "Wer der Meinung ist, dass er seine Arbeitszeit mit 12 Stunden am Tag in drei Tagen erledigt, soll das gerne tun", sagte Wolf. Sollten die Gewerkschaften an den Forderungen einer Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich festhalten, erwartet Wolf eine "massive Tarifflucht". Die GesetzesplĂ€ne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zur elektronischen Arbeitszeiterfassung wies Wolf als "einfach unnötig" zurĂŒck. Vertrauensarbeitszeit sei bei Arbeitnehmern sehr beliebt, ohnehin wĂŒrden sich Mitarbeiter Freiheiten und "kein Korsett" wĂŒnschen, so er PrĂ€sident des Arbeitgeberverbands.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


