Cannabis-Legalisierung, Kapitulation

Ärzteverband kritisiert Cannabis-Legalisierung als Kapitulation

27.11.2023 - 20:02:21

Der PrĂ€sident des Berufsverbandes der Kinder- und JugendĂ€rzte, Thomas Fischbach, Ă€ußert scharfe Kritik an der geplanten Teillegalisierung von Cannabis.

"Es ist kein Zufall, dass sich alle ÄrzteverbĂ€nde durch die Bank gegen die Cannabis-Freigabe aussprechen. Eine Politik, die sich mit abstrusen Ideen gegen jeden Sachverstand durchsetzt, macht sich unglaubwĂŒrdig. FĂŒr mich ist das eine Kapitulation vor der IllegalitĂ€t", sagte Fischbach der "Welt" (Dienstagausgabe).

"Der Cannabiskonsum bei Jugendlichen wird steigen, weil solche Substanzen auch immer an JĂŒngere weitergereicht werden", warnt der Mediziner. Dies könne schwerwiegende Folgen fĂŒr ihre körperliche und mentale Gesundheit haben. "Der chronische Cannabisgebrauch macht - salopp gesagt - doof und kann auch Psychosen verursachen." Es sei zwar richtig, dass der Jugendschutz auch aktuell nicht gewĂ€hrleistet sei. "Aber inwiefern dieses Gesetz fĂŒr mehr Jugendschutz sorgen soll, mĂŒsste mir erst mal jemand erklĂ€ren", so Fischbach. Dass die Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung finanzielle Mittel fĂŒr AufklĂ€rungs- und PrĂ€ventionsarbeit bekommen soll, etwa fĂŒr eine neue digitale Plattform, hĂ€lt Fischbach nicht fĂŒr effektiv. "Können wir wirklich annehmen, dass sich die Jugendlichen in Scharen auf der Seite einer Bundesbehörde ĂŒber Cannabis informieren werden? Wohl eher nicht." PrĂ€ventionsangebote seien wichtig, bei dem geplanten Gesetz handele es sich allerdings um VerhaltensprĂ€vention - also um eine Maßnahme, die auf den einzelnen Menschen und dessen individuelles Gesundheitsverhalten abzielt. "Bei einem so gesundheitsgefĂ€hrdenden Thema wie der Cannabis-Legalisierung halte ich VerhĂ€ltnisprĂ€vention fĂŒr wesentlich wirksamer, das heißt es muss möglichst teuer und mĂŒhsam sein, an Cannabis zu kommen", so Fischbach. Leider werde ausgerechnet die VerhĂ€ltnisprĂ€vention durch das neue Gesetz geschwĂ€cht. "Denn der Zugang wird, letztlich auch fĂŒr Jugendliche, erleichtert und der Konsum in aller Öffentlichkeit normalisiert." Im Gesetzentwurf ist zudem vorgesehen, dass jugendliche Konsumenten nicht strafrechtlich verfolgt, sondern in schwerwiegenden FĂ€llen den örtlichen TrĂ€gern der Jugendhilfe ĂŒbermittelt werden - und diese sie dann zu einem FrĂŒhinterventionsprogramm bewegen. "NatĂŒrlich ist gezielte und individuelle PrĂ€ventionsarbeit mit den Jugendlichen sinnvoller als eine Bestrafung. Ich sehe jedoch ein Ressourcenproblem", sagt Fischbach. Die JugendĂ€mter hĂ€tten bereits jetzt keine KapazitĂ€ten mehr. "Die Cannabis-Freigabe ist einfach nicht durchdacht und soll in meinen Augen nur eine spezielle Klientel der Ampel-Regierung bedienen - und das zulasten der Kinder. Das ist fahrlĂ€ssig."

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