Gesellschaft, Harbarth

Harbarth sieht Demokratie akut unter Druck

10.07.2023 - 12:11:20

Der PrÀsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, sieht die Demokratie akut unter Druck.

"Auf unserem Globus gab es fĂŒr die Demokratie schon leichtere Zeiten als die Gegenwart", sagte Harbarth dem "Handelsblatt". "Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen ZukunftsĂ€ngste beschleichen: Krieg in Europa, Klimawandel, Inflation, Migration, gigantische technologische Transformationsprozesse", erklĂ€rte Deutschlands oberster VerfassungshĂŒter.

Diese und andere Ängste, nicht selten verstĂ€rkt durch Destabilisierungsversuche von außen, trĂŒgen entscheidend dazu bei, dass autoritĂ€re Modelle einen stĂ€rkeren Zuspruch erfĂŒhren, als dies vor einigen Jahrzehnten der Fall gewesen sei. Harbarth mahnte: "Es wird sehr stark darauf ankommen, die AbwehrkrĂ€fte der freiheitlichen Gesellschaften gegen diese Bedrohungen zu mobilisieren." Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit seien so stark, dass sie auf Dauer nicht zu unterdrĂŒcken seien, aber die Geschichte zeige, dass sie sich vorĂŒbergehend schwĂ€chen und zurĂŒckdrĂ€ngen ließen. Dem mĂŒsse die Gesellschaft, aber auch der Staat entgegenwirken. "Wir mĂŒssen deshalb immer wieder erklĂ€ren, dass und weshalb kein System besser in der Lage ist, das Individuum in eine gute Zukunft zu fĂŒhren als ein demokratisches, freiheitliches und rechtsstaatliches", forderte Harbarth. "Die ZukunftsĂ€ngste vieler Menschen sind jedenfalls mit HĂ€nden zu greifen und erfordern politisches Handeln, das ihnen Rechnung trĂ€gt."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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