Steuern, Familien

Landkreistag will Entlastung bei Eingliederungs- und Jugendhilfe

27.01.2026 - 17:02:52

Der PrĂ€sident des Deutschen Landkreistags, Achim Brötel, hat sich hinter die Reformempfehlungen der Sozialstaatskommission gestellt, aber zugleich geringere Pflichten fĂŒr die Kommunen im Sozialbereich gefordert.

"Die Landkreise stehen fĂŒr eine kraftvolle Umsetzung der Empfehlungen bereit", sagte Brötel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittagausgabe). "UnverĂ€ndert bleibt allerdings: Eine Lösung der dramatischen kommunalen Finanzlage ist damit noch nicht verbunden", bemĂ€ngelte er.

Notwendig seien weitere Reformen, auch dort "wo aktuell die großen Kostentreiber sind", mahnte der kommunale Spitzenvertreter, der auch Landrat im Neckar-Odenwald-Kreis ist. "In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Eingliederungshilfe, die Kinder- und Jugendhilfe sowie die Hilfe zur Pflege zu nennen."

Die von der Kommission empfohlene ZusammenfĂŒhrung von Sozialleistungen befĂŒrwortete Brötel jedoch. "Ein einheitliches Sozialleistungssystem mit weniger ZustĂ€ndigkeiten und Schnittstellen bietet einen Mehrwert fĂŒr alle: Es erleichtert den Menschen den Zugang zu UnterstĂŒtzung und es entlastet zugleich die Verwaltung", sagte er. "Gerade die ZusammenfĂŒhrung von Wohngeld, Kinderzuschlag, BĂŒrgergeld und Sozialhilfe wird deutlich mehr Übersicht schaffen und BrĂŒche im Leistungsbezug vermeiden."

Die Ausgaben der Kommunen fĂŒr die Eingliederungshilfe fĂŒr Menschen mit Behinderungen sind laut Zahlen des Landkreistags im Jahr 2024 um 13,6 Prozent gestiegen, die Ausgaben fĂŒr Kinder- und Jugendhilfe um 17,1 Prozent. Der Anstieg von Sozialausgaben trug zu dem wachsenden Finanzierungsdefizit der Kommunen bei. Diese dĂŒrfte nach verbreiteter EinschĂ€tzung im abgelaufenen Jahr auf rund 30 Milliarden Euro gewachsen sein.

@ dts-nachrichtenagentur.de