Rentner, Wehrausgaben

Ökonom: Rentner sollten fĂŒr höhere Wehrausgaben verzichten

08.01.2025 - 15:00:41

Der PrĂ€sident des Kieler Instituts fĂŒr Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, fordert eine stĂ€rkere Beteiligung von RuhestĂ€ndlern an höheren Verteidigungsausgaben.

"Mittel- und langfristig wird es nicht ohne KĂŒrzungen und Umschichtungen im Haushalt gehen", sagte der Ökonom dem "Spiegel". "Um nennenswerte Summen zu erreichen, wird man auch an das Rentensystem herangehen mĂŒssen." Schularick schlĂ€gt vor, das Renteneintrittsalter zu erhöhen.

Den Lebensstandard der RuhestĂ€ndler sollte man "auf dem aktuellen Niveau durch einen Inflationsausgleich einfrieren". Allein in diesem Jahr wĂŒrden die Renten voraussichtlich um 3,5 Prozent steigen. "Das ist in einer stagnierenden Wirtschaft kaum noch zu rechtfertigen", sagte der IfW-PrĂ€sident. Es gehe dabei auch um Generationengerechtigkeit. "Es war die Ă€ltere Generation, die es versĂ€umt hat, in den vergangenen Jahrzehnten ausreichend in unsere Sicherheit zu investieren", so Schularick. "Stattdessen hat sie die Friedensdividende konsumiert." Auch habe sie es unterlassen, das Rentensystem zukunftssicher zu machen. "Deshalb wĂ€re es schwierig, wenn die Älteren nun ihren Beitrag zur StĂ€rkung der Verteidigung verweigern wĂŒrden", sagte der Volkswirt. "Zumal die JĂŒngeren ja schon die Kredite, die dafĂŒr jetzt notwendig werden, bedienen mĂŒssen." GrĂŒnen-Kanzlerkandidat und Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte zuvor im "Spiegel" angeregt, die deutschen Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung zu steigern, was nahezu einer Verdopplung entsprĂ€che. Bundeskanzler Scholz hat das mit der rhetorischen Frage zurĂŒckgewiesen, wer dafĂŒr "die Zechen zahlen" sollte. "Diesen Kommentar des Kanzlers finde ich irrefĂŒhrend", kritisierte Schularick. "Weil er so tut, als ob es keine Zeche zu zahlen gĂ€be, wĂŒrden wir die Verteidigungsausgaben nicht erhöhen und verteidigungsfĂ€hig bleiben - dabei könnte uns das am Ende sehr viel teurer zu stehen kommen." Zudem sei Sicherheit kein Luxusgut ist, sondern "eine existenzielle Aufgabe des Staates und damit des Bundeskanzlers".

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