ThĂŒringer, Verfassungsschutz

ThĂŒringer Verfassungsschutz fordert Konsequenzen nach AbhöraffĂ€re

14.03.2024 - 06:44:24

Der PrĂ€sident des ThĂŒringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, drĂ€ngt nach der russischen Veröffentlichung eines Mitschnitts von Beratungen deutscher Luftwaffen-Offiziere zum Ukraine-Krieg auf Konsequenzen.

"Wenn wir nicht schnellstens einen lange ĂŒberfĂ€lligen Bewusstseinswechsel bekommen und endlich verstehen, dass wir hybriden Bedrohungen und Angriffen als Staaten und Gesellschaften ausgesetzt sind, dann werden wir alsbald noch Schlimmeres erleben als dieses aktuelle Leak und etwaige Peinlichkeiten", sagte Kramer dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). "Abgesehen davon werden unsere Partner in anderen LĂ€ndern ihrerseits Konsequenzen ziehen und manche Informationen mit uns nicht mehr teilen." Das sei "eine folgerichtige Konsequenz", um die eigenen Interessen und Menschenleben nicht zu gefĂ€hrden. "Das wĂŒrde ich ebenso in einer solchen Lage tun." Kramer bemĂ€ngelte, dass es in vielen Bereichen an der "notwendigen SensibilitĂ€t und ProfessionalitĂ€t im Umgang mit dem Thema Sicherheit und Geheimschutz" fehle.

Das erwarte er allerdings von Leuten, die "mindestens mit sicherheitsrelevanten Fragen und Bereichen zu tun haben", sagte der VerfassungsschĂŒtzer. Dazu gehöre auch der gesamte Verteidigungsbereich. Kramer sagte in diesem Zusammenhang, dass der materielle und personelle Geheimschutz "lĂ€stig, aber fundamental wichtig" seien, um es dem Gegner "wenigstens schwerer zu machen". DafĂŒr brauche es aber eine SensibilitĂ€t und Bewusstsein bei den Verantwortlichen, Dinge und Bewertungen, die fĂŒr den Gegner interessant seien, nicht auf ungesicherten Kommunikationswegen und mit nicht vertrauenswĂŒrdigen Personen auszutauschen. Das könnten auch nicht als geheim eingestufte Informationen sein. Deutliche Kritik ĂŒbte Kramer auch an EntscheidungstrĂ€gern im politischen Bereich. Bei vielen fehle noch immer das Bewusstsein dafĂŒr, "dass wir seit Jahren ein Ziel von Spionage, Ausforschung und Sabotage sowohl digital wie analog sind". Auch verschiedene Parlamentarier seien sich "ganz offensichtlich nicht bewusst, dass manche ihrer Äußerungen oder Sensationsmeldungen ĂŒber den Zustand oder die Arbeit der Sicherheitsbehörden oder zu unseren VerteidigungsfĂ€higkeiten nicht nur fĂŒr Schlagzeilen und Reichweite sorgen, sondern auch dem Gegner Informationen liefern, die massiv unsere Sicherheitsinteressen beschĂ€digen."

@ dts-nachrichtenagentur.de