Der PrĂ€sident des thĂŒringischen Landesamtes fĂŒr Verfassungsschutz, Stephan Kramer, beklagt angesichts des Anschlags von Magdeburg einen Mangel an Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden.
Polizisten nach Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt am 21.12.2024 - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Nach den öffentlich vorliegenden Informationen war der mutmaĂliche TĂ€ter wohl sowohl den Bundes- wie auch Landesbehörden seit LĂ€ngerem bekannt, wenn auch nicht mit der eindeutigen Absicht, einen solchen Anschlag zu verĂŒben", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Es bleibe aufzuklĂ€ren, wer, wann, was gewusst und gegebenenfalls nicht weitergegeben oder selbst nicht angemessen gehandelt habe. "DarĂŒber zu spekulieren, ob der Anschlag hĂ€tte verhindert werden können, verbietet sich schon deshalb, weil man spĂ€ter immer alles besser weiĂ."
Kramer fĂŒgte hinzu: "GrundsĂ€tzlich kann man aber sagen, dass der Informationsaustausch zwischen Behörden - egal ob auf Ebene des Bundes oder der LĂ€nder und untereinander - an vielen Stellen verbesserungsbedĂŒrftig ist. Falschverstandener Datenschutz, mangelnde rechtliche Grundlagen zum Informationsaustausch, restriktive Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts oder einfach nur das menschliche PhĂ€nomen der wachsenden Verantwortungsdiffusion beschreiben einen Teil des Problems."
Solange nicht alle zusammenarbeiteten, werde man immer wieder erleben, dass wichtige Hinweise, ob aus dem In- oder Ausland kommend, falsch oder nicht bewertet wĂŒrden, weil sie die fachlich qualifizierten oder zustĂ€ndigen Behörden gar nicht erst erreichten.
"Da helfen auch die besten Dienstvorschriften und Gesetze nichts, wenn wir keinen Bewusstseinswandel erreichen."
Der VerfassungsschutzprĂ€sident mahnte: "Wir mĂŒssen mögliche VersĂ€umnisse und Fehler bei den Behörden, soweit sie bereits jetzt bekannt sind, selbstkritisch analysieren und schnellstmöglich beheben, denn Weihnachten steht kurz bevor, mit weiteren WeihnachtsmĂ€rkten und Gottesdiensten im ganzen Land." Und auch das Neujahrsfest mit vielen öffentlichen Veranstaltungen nahte: "Aufgrund der immer noch anhaltend hohen abstrakten GefĂ€hrdungslage - islamistische Terrorgruppen rufen beispielsweise seit Wochen wieder verstĂ€rkt zu AnschlĂ€gen gerade jetzt auf - haben die Sicherheitsbehörden weiterhin alle HĂ€nde voll zu tun. Die Gefahr ist nicht vorbei."
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