HandwerksprÀsident fordert Umdenken bei beruflicher Bildung
17.05.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deNötig sei "das klare politische Bekenntnis zur gleichwertigen Betrachtung von akademischer und beruflicher Bildung". Dieses mĂŒsse auch rechtlich abgesichert werden. Deshalb fordere das Handwerk weiterhin ein Qualifikationsrahmengesetz. Zugleich mahnte Dittrich deutlich höhere Investitionen in die BildungsstĂ€tten des Handwerks an. Der Sanierungsstau bei den Bildungszentren des Handwerks liege inzwischen bei mehr als vier Milliarden Euro. Die Förderung mĂŒsse verlĂ€sslich erhöht werden, wie es im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei. "Denn wir stehen im Wettbewerb mit den Hightech-HörsĂ€len der UniversitĂ€ten: Da können wir nicht mit einer Werkstatt antreten, die ausgestattet ist wie in den 70er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts."
Trotz des demografischen Wandels sieht Dittrich das Handwerk bei der Ausbildung auf einem vergleichsweise stabilen Kurs. Anders als in vielen anderen Wirtschaftsbereichen verzeichne das Handwerk seit drei Jahren leicht steigende Zahlen bei neuen AusbildungsvertrĂ€gen. "Vor allem die Berufe des sozialen Miteinanders und solche der Transformation entwickeln sich mittelfristig positiv", sagte Dittrich. Beispielhaft nannte er Berufe wie Elektroniker, Dachdecker, Schornsteinfeger oder Anlagenmechaniker fĂŒr SanitĂ€r, Heizung und Klima. "Insgesamt spricht der Trend jedoch fĂŒr das Handwerk. Und immer noch gilt: Wer Sicherheit und Sinnstiftendes will, sollte ins Handwerk gehen", so Dittrich.
Zugleich rĂ€umte der ZDH-PrĂ€sident ein, dass die Ausbildung weiter attraktiver werden mĂŒsse. "SelbstverstĂ€ndlich. Das sehe ich sportlich", sagte Dittrich. Berufe verĂ€nderten sich ebenso wie die Erwartungen junger Menschen. "Deshalb muss man stĂ€ndig daran arbeiten, das beste Ergebnis hinzubekommen. Das ist ein permanenter Wettbewerb."
Scharfe Kritik ĂŒbte Dittrich an Ausbildungsplatzumlagen, wie sie bereits in Bremen existieren und in Berlin geplant sind. Dabei sollen Betriebe zahlen, die nicht ausbilden. "Da geht mir der Bluthochdruck durch die Decke", sagte Dittrich. Er kritisierte, dass damit auch Unternehmen belastet wĂŒrden, die trotz Ausbildungsbereitschaft keine Bewerber fĂ€nden. Zugleich verwies Dittrich auf die hohe Ausbildungsleistung des Handwerks. "Etwa jede dritte Ausbildung bundesweit wird im Handwerk absolviert, knapp 30 Prozent, und das, wo das Handwerk etwas mehr als 12 Prozent aller BeschĂ€ftigten bundesweit hat", sagte er. "Eine groĂartige ĂŒberproportionale Leistung des Handwerks." Deshalb sei es aus seiner Sicht nicht nachvollziehbar, warum gerade das Handwerk zusĂ€tzlich belastet werden solle. "Das halte ich fĂŒr völlig falsch und bin echt empört."
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