Nationalteam, Frauen

«Frustrierend»: DFB-Frauen nach 0:2 gegen DÀnemark ratlos

22.09.2023 - 21:49:39

Der Rucksack nach dem WM-Vorrundenaus wiegt bei den deutschen Fußballerinnen noch schwer. Beim 0:2 in DĂ€nemark fehlt zum Start der Nations League das SelbstverstĂ€ndnis, findet Co-Trainerin Carlson.

«Frustrierend», klagte TorhĂŒterin Merle Frohms, «wahnsinnig bitter», fand Mitspielerin Felicitas Rauch. Das 0:2 (0:1) in DĂ€nemark hat bei den deutschen Fußballerinnen fĂŒr Ratlosigkeit gesorgt.

Knapp sieben Wochen nach dem WM-Vorrundenaus ist die nĂ€chste EnttĂ€uschung besiegelt, der Auftakt in die Nations League grĂŒndlich missraten - und damit auch der Kampf um die Olympia-Tickets.

«Wir kriegen zwei blöde Gegentore, belohnen uns selber fĂŒr den Aufwand nicht. Dann steht's am Ende 2:0 fĂŒr DĂ€nemark», fasste Rauch die insgesamt 95 Minuten zusammen, die das deutsche Team prompt unter Druck setzen. Denn nur als Sieger der Nations-League-Vierergruppe besteht weiter die Chance auf die Qualifikation fĂŒr Olympia 2024 in Paris.

«Wir haben uns gerade in der ersten Halbzeit ein bisschen schwer getan, man hat den Rucksack noch ein bisschen gespĂŒrt bei der Mannschaft», sagte Co-Trainerin Britta Carlson, die in Abwesenheit der erkrankten Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hauptverantwortlich fĂŒr das Team war. Den Spielerinnen könne man keinen Vorwurf machen, «die nötige Sicherheit fehlt einfach gerade und das merkst du dann», meinte die 45-JĂ€hrige. «Wir mĂŒssen uns das SelbstverstĂ€ndnis hart erarbeiten.»

Vangsgaard nutzt deutsche AbwehrschwÀchen

Mit einem gesunden SelbstverstĂ€ndnis packten nur die DĂ€ninnen zu, zumindest in den entscheidenden Szenen auch zweimal krĂ€ftig. Die fĂŒr Paris Saint-Germain spielende Amalie Vangsgaard nutzte vor 4210 Fans die deutschen AbwehrschwĂ€chen zu einem Doppelpack (23./64. Minute).

«Wir wollten aus einer defensiven Kompaktheit unser Umschaltspiel nach vorne bringen», erklÀrte Rauch nach dem Spiel den Plan des DFB-Teams, der an zwei Stellen aber entscheidend hakte: Weder standen die Deutschen defensiv kompakt noch schafften sie es, schnell umzuschalten.

DarĂŒber konnte auch die beste Phase kurz nach dem Seitenwechsel nicht hinwegtĂ€uschen, in der Carlson ihr Team «aggressiver» und «zielstrebiger nach vorn» sah. «Wir hĂ€tten das 1:1 verdient gehabt in der Phase, wo dann das 2:0 fĂ€llt - dann geht das Spiel auch in eine andere Richtung, die Chancen waren da», meinte die Co-Trainerin mit Blick auf die guten Kopfballmöglichkeiten fĂŒr Sydney Lohmann und KapitĂ€nin Alexandra Popp.

Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt nicht

Doch wie schon beim 0:1, als Rauch den entscheidenden Zweikampf gegen Vangsgaard verlor, machte eine viel zu nachlĂ€ssige Abwehr alle Offensiv-PlĂ€ne zunichte. Einen von der eingewechselten Giulia Gwinn schlampig gespielten RĂŒckpass nutzte Vangsgaard zum 2:0. Dabei profitierte sie zusĂ€tzlich von der mangelnden Absprache zwischen TorhĂŒterin Frohms und Abwehrchefin Marina Hegering.

«Es ist natĂŒrlich schwer, das zu analysieren. Wir sind bemĂŒht, ackern, haben viel umgesetzt von dem, was wir uns vorgenommen haben», klagte Frohms. Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt ohnehin nicht, bereits am Dienstag (18.15 Uhr/ZDF) geht es in Bochum gegen Island weiter. Weiterer Gegner in der Gruppe 3 der Liga A ist Wales. Nur die Gruppenersten kommen in die Endrunde, wo die beiden einzigen europĂ€ischen Olympia-PlĂ€tze fĂŒr Paris 2024 ausgespielt werden. Die beiden nĂ€chsten Spiele in dem neuen Wettbewerb finden am 27. Oktober in Sinsheim gegen Wales und am 31. Oktober in Island statt.

@ dpa.de