Grenzschutz, Terrorgefahr

Grenzschutz und Terrorgefahr treiben EU-BĂŒrger am meisten um

20.11.2024 - 06:30:36 | dpa.de

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine wird von den Menschen im Osten Europas als sehr große Bedrohung wahrgenommen. Blickt man auf die gesamte EU, steht jedoch eine andere Sorge an erster Stelle.

  • Das Bewusstsein fĂŒr die Gefahr von Cyberangriffen ist heute höher als beispielsweise noch vor zehn Jahren. (Symbolbild) - Foto: Matthias Balk/dpa
    Das Bewusstsein fĂŒr die Gefahr von Cyberangriffen ist heute höher als beispielsweise noch vor zehn Jahren. (Symbolbild) - Foto: Matthias Balk/dpa
  • Inzwischen gibt es stationĂ€re Grenzkontrollen an allen deutschen Landesgrenzen. 25 Prozent der Teilnehmer der Befragung gaben an, nicht funktionierender Grenzschutz treibe sie mehr um als alles andere. (Archivfoto) - Foto: Peter Kneffel/dpa
    Inzwischen gibt es stationÀre Grenzkontrollen an allen deutschen Landesgrenzen. 25 Prozent der Teilnehmer der Befragung gaben an, nicht funktionierender Grenzschutz treibe sie mehr um als alles andere. (Archivfoto) - Foto: Peter Kneffel/dpa
  • Der Terroranschlag auf einem Volksfest in Solingen im August hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. (Archivfoto) - Foto: Thomas Banneyer/dpa
    Der Terroranschlag auf einem Volksfest in Solingen im August hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. (Archivfoto) - Foto: Thomas Banneyer/dpa
  • Zu den grĂ¶ĂŸten Bedrohungen zĂ€hlen die Menschen in der EuropĂ€ischen Union auch einen militĂ€rischen Angriff durch einen anderen Staat. (Archivfoto) - Foto: --/Ukrinform/dpa
    Zu den grĂ¶ĂŸten Bedrohungen zĂ€hlen die Menschen in der EuropĂ€ischen Union auch einen militĂ€rischen Angriff durch einen anderen Staat. (Archivfoto) - Foto: --/Ukrinform/dpa
  • Xi Jinping, PrĂ€sident von China, empfing im MĂ€rz Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft aus den USA. Neun Prozent der US-BĂŒrger sehen China als wertvollsten VerbĂŒndeten der USA. (Archivfoto) - Foto: Shen Hong/XinHua/dpa
    Xi Jinping, PrĂ€sident von China, empfing im MĂ€rz Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft aus den USA. Neun Prozent der US-BĂŒrger sehen China als wertvollsten VerbĂŒndeten der USA. (Archivfoto) - Foto: Shen Hong/XinHua/dpa
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IrregulĂ€re Migration und Terrorgefahr treiben die Menschen in der EuropĂ€ischen Union aktuell stĂ€rker um als andere potenzielle Bedrohungen fĂŒr den Frieden. Das zeigen die Ergebnisse einer reprĂ€sentativen Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung in den 27 Mitgliedstaaten. Dabei sind regionale Unterschiede erkennbar. Den russischen Angriffskrieg in der Ukraine nimmt die Bevölkerung in den EU-Staaten auch als eine große Bedrohung wahr. 

Auf die Frage «Was ist heute die grĂ¶ĂŸte Bedrohung fĂŒr den Frieden in Europa?» gaben demnach etwa 25 Prozent der ĂŒber 26.000 Teilnehmer der Befragung an, nicht funktionierender Grenzschutz treibe sie mehr um als alles andere. 21 Prozent der Menschen in der EU nehmen demnach terroristische Angriffe als grĂ¶ĂŸte Bedrohung wahr, 19 Prozent große Cyberattacken. Ein Angriff durch eine fremde Macht wird den Angaben zufolge von 18 Prozent der befragten EU-Bewohner als grĂ¶ĂŸte Bedrohung empfunden. 17 Prozent von ihnen entschieden sich fĂŒr die Antwortvariante «Organisiertes Verbrechen».

Teilnehmer aus Deutschland sorgen sich besonders um Terrorrisiko 

Dass die in Deutschland beheimateten Teilnehmer der Umfrage das Terrorrisiko zu 23 Prozent als grĂ¶ĂŸte Bedrohung fĂŒr den Frieden in Europa wahrnehmen, mag auch mit dem Zeitpunkt der Befragung im vergangenen September zusammenhĂ€ngen. Die Erinnerungen an den Terroranschlag in Solingen waren da noch sehr frisch. Am 23. August soll der Syrer Issa Al H. in Solingen drei Menschen mit einem Messer getötet haben. Mehr als 24 Stunden spĂ€ter wurde er festgenommen. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat den Anschlag fĂŒr sich reklamiert. 

Mangelnde Grenzsicherung, eine Unterwanderung durch das organisierte Verbrechen und einen militĂ€rischen Angriff halten der Befragung zufolge jeweils 21 Prozent der Menschen in Deutschland mit Blick auf den Frieden in Europa fĂŒr die grĂ¶ĂŸte Gefahr. 14 Prozent verorten die grĂ¶ĂŸte Bedrohung im Cyberraum.

Polen halten Angriffskrieg fĂŒr grĂ¶ĂŸte Bedrohung 

In Polen, das eine Grenze mit der von Russland angegriffenen Ukraine hat, ist dagegen die Angst vor einem Krieg das, was die Menschen besonders beschĂ€ftigt. Laut Umfrage halten 29 Prozent der Polen die Gefahr eines militĂ€rischen Angriffs fĂŒr die grĂ¶ĂŸte Bedrohung fĂŒr den Frieden in Europa. Im vom Kriegsschauplatz weiter entfernten Spanien sagen dies dagegen lediglich 16 Prozent der Befragten.

Zehn Prozent der Deutschen sehen China als wichtigsten VerbĂŒndeten

Laut Umfrage hielten im September - und damit vor der erneuten Wahl von Donald Trump zum US-PrĂ€sidenten - 54 Prozent der deutschen Bevölkerung die USA fĂŒr den wertvollsten VerbĂŒndeten der EU. Dieser Wert liegt etwas ĂŒber dem EU-weiten Durchschnitt von 51 Prozent. In Polen ist der Anteil derjenigen, die den USA diese Rolle zuweisen, mit 65 Prozent besonders hoch, in Belgien mit 43 Prozent deutlich niedriger. 

Unter den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern der USA ist der Europa-Enthusiasmus nicht ganz so groß wie umgekehrt. Auf die Frage, wer wohl der wertvollste VerbĂŒndete der USA sei, nannten nach Angaben der Bertelsmann Stiftung 27 Prozent der rund 2.500 Teilnehmer der Befragung Großbritannien, gefolgt von der EuropĂ€ischen Union mit 25 Prozent. 13 Prozent der Menschen in den USA halten Kanada fĂŒr den bedeutendsten Partner, 12 Prozent Israel.

Jeweils jeder Zehnte Bewohner Deutschlands und der EU insgesamt bezeichnet China als wertvollsten VerbĂŒndeten. Der Westen wirft China vor, Russland mit GĂŒtern zu versorgen, die sowohl zivil als auch militĂ€risch genutzt werden können und so die russische Kriegswirtschaft zu unterstĂŒtzen. 

Die Bundesregierung hatte im Sommer 2023 erstmals eine umfassende China-Strategie beschlossen. Darin wird das von der kommunistischen FĂŒhrung mit harter Hand regierte Land als Partner, Wettbewerber und systemischer Rivale definiert. Kern der Strategie ist es, die wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeit von China zu verringern, um ein böses Erwachen wie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine bei der Kappung der Gaslieferungen zu vermeiden.

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