Ericsson, Liberalisierung

Ericsson drÀngt auf Liberalisierung der Telekom-MÀrkte

29.06.2024 - 09:26:40

Der schwedische Kommunikationskonzern Ericsson hat ein Umdenken in der europÀischen digitalen Wirtschaftspolitik gefordert.

"Der europĂ€ische Telekommunikationsmarkt leidet seit der 4G-Ära unter einer InvestitionslĂŒcke, was dazu fĂŒhrte, dass andere Regionen eine digitale FĂŒhrungsrolle ĂŒbernahmen - dort entstehen mehr digitale Unternehmen", sagte Jenny Lindqvist, Vorstand fĂŒr Europa bei Ericsson der "Welt am Sonntag". Ein "wettbewerbsfĂ€higes Europa im digitalen Zeitalter" lasse sich nur erreichen, "wenn wir einen nachhaltigen Telekommunikationsmarkt haben, der Investitionen in die Infrastruktur fördert". Auch in der europĂ€ischen Wettbewerbspolitik sieht Lindqvist Reformbedarf.

"Heute gibt es in Europa ĂŒber 100 Mobilfunkbetreiber, die alle ihren Marktanteil haben wollen, aber den meisten von ihnen fehlt die Kundenbasis, um ausreichende Investitionen zu tĂ€tigen", so Lindqvist. "In den fĂŒhrenden 5G-MĂ€rkten in den USA, China und Indien gibt es zwei bis drei Betreiber mit rund 100 Millionen Kunden oder mehr - die GrĂ¶ĂŸe ist entscheidend. Konsolidierung in nationalen TelekommunikationsmĂ€rkten muss erlaubt sein." Zudem forderte Ericsson eine bessere europĂ€ische Abstimmung bei der Mobilfunk-Frequenzvergabe. "Die Frequenzpolitik ist ein weiterer SchlĂŒsselbereich. Wir mĂŒssen von der aktuellen Situation wegkommen, in der Richtlinien und ZeitplĂ€ne zwischen den EU-Mitgliedstaaten nicht synchronisiert sind", sagte Lindqvist. "Zu viele Staaten konzentrieren sich auf kurzfristige Gewinne durch hohe FrequenzgebĂŒhren, statt durch niedrigere GebĂŒhren in Verbindung mit Verpflichtungen zum Netzausbau Anreize fĂŒr Investitionen zu schaffen."

@ dts-nachrichtenagentur.de