Ralf Stegner, Ilse Aigner

Ilse Aigner: Stegner kritisiert Union wegen Bundespräsidentenwahl

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der SPD-Abgeordnete Ralf Stegner wirft CDU und CSU einen taktischen Umgang mit der möglichen Kandidatur von Ilse Aigner vor. Zugleich hält er die bayerische Landtagspräsidentin für eine respektable Bewerberin um das höchste Staatsamt.

Stegners Bewertung der Aigner-Debatte

  • Ralf Stegner wirft den Führungen von CDU und CSU taktische Erwägungen im Umgang mit der Personalie vor.
  • Der SPD-Abgeordnete bezeichnet Ilse Aigner als geeignete und respektable Kandidatin.
  • Stegner verbindet die Behandlung der Personalie mit einer gegenwärtigen Führungskrise.
Ralf Stegner (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Stegner sieht taktisches Vorgehen bei Aigner

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner kritisiert den Umgang der Unionsparteien mit der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner und ihrer möglichen Kandidatur als Bundespräsidentin. Die Behandlung der Personalie werde bei den Führungen von CDU und CSU offensichtlich ausschließlich von taktischen Erwägungen geleitet, sagte Stegner der „Rheinischen Post“.

Kritik an CDU und CSU

Dieses Vorgehen verrate einiges über die gegenwärtige Führungskrise, sagte der SPD-Politiker. Es sei weder angemessen gegenüber dem Amt noch besonders respektvoll gegenüber der „fraglos geeigneten bayerischen Landtagspräsidentin“.

Aigner als mögliche Kandidatin

Stegner hob zugleich hervor, Aigner von der CSU wäre sicherlich eine respektable Kandidatin für die Wahl zum ersten weiblichen Staatsoberhaupt der deutschen Nachkriegsgeschichte. Eine Entscheidung der Union über die mögliche Kandidatur ist damit nicht verbunden.

Die Debatte um Ilse Aigner ist Teil der Suche nach einer Nachfolge für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. In der Union steht dabei nicht nur die persönliche Eignung einer möglichen Kandidatin im Mittelpunkt, sondern auch das Verfahren, mit dem CDU und CSU eine gemeinsame Entscheidung vorbereiten.

Die CSU hat Aigner öffentlich unterstützt. Markus Söder warb auf dem CSU-Parteitag für die bayerische Landtagspräsidentin, während Friedrich Merz eine Festlegung vermied. Damit wird ein Spannungsverhältnis sichtbar: Die CSU versucht, früh einen Anspruch anzumelden, die CDU-Führung will sich ihre Entscheidung offenbar nicht vorgeben lassen.

Warum die Personalie politisch Gewicht hat

Das Amt des Bundespräsidenten wird von der Bundesversammlung gewählt. Für eine erfolgreiche Kandidatur braucht es daher eine breite politische Verständigung über die eigene Parteienfamilie hinaus. Aigner könnte als erfahrene CSU-Politikerin und Präsidentin des bayerischen Landtags grundsätzlich über Parteigrenzen hinweg anschlussfähig sein.

Stegners Kritik zielt deshalb auf mehr als die Behandlung einer einzelnen Personalie. Sie berührt die Frage, ob die Union die Entscheidung offen und respektvoll vorbereitet oder ob innerparteiliche Macht- und Zuständigkeitsfragen die öffentliche Debatte bestimmen. Für die SPD eröffnet die Aigner-Debatte zugleich die Möglichkeit, Einfluss auf die Suche nach einer gemeinsamen Kandidatur zu nehmen.

Entscheidung bleibt offen

Eine Nominierung ist bislang nicht erfolgt. Solange CDU und CSU keinen gemeinsamen Vorschlag vorlegen, bleibt offen, ob Aigner tatsächlich antreten wird und wie die weiteren Parteien auf ihre mögliche Kandidatur reagieren.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDF: „Wird es erstmals eine Bundespräsidentin geben? Die CSU drängt auf Nominierung von Ilse Aigner“ (23.10.2026)

Der Beitrag beschreibt den Druck der CSU zugunsten Aigners und ordnet sie als mögliche Kandidatin ein. Im Mittelpunkt steht damit der Vorstoß für Aigner, während Stegners Kritik an den taktischen Erwägungen der Unionsführungen in der dts-Meldung den innerparteilichen Umgang mit der Personalie akzentuiert.

taz: „Merz bei der CSU: P wie Parteitag, P wie Präsidentin“ (24.10.2026)

Die taz berichtet über die Unterstützung Aigners auf dem CSU-Parteitag und die dortige politische Inszenierung der Personalie. Anders als Stegner richtet sich der Schwerpunkt auf den Parteitagsauftritt und die Rolle der CSU; offen bleibt weiterhin die gemeinsame Entscheidung der Union.

Die Beiträge stimmen darin überein, dass Aigner innerhalb der CSU öffentlich unterstützt wird und die Unionsentscheidung noch aussteht. Unterschiede bestehen vor allem beim Blickwinkel: Während die Berichte den CSU-Vorstoß und den Parteitag beleuchten, kritisiert Stegner den taktischen Umgang der CDU- und CSU-Führungen.

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