Angriffe, Amts-

Angriffe auf Amts- und MandatstrÀger deutlich gestiegen

04.02.2025 - 11:53:11

Der Ton gegenĂŒber Politikern und Politikerinnen wird rauer. Immer wieder kommt es auch zu Gewalt gegen Amts- und MandatstrĂ€ger. Das zeigen nun auch vorlĂ€ufige Zahlen des Bundesinnenministeriums.

Die Zahl gemeldeter Straftaten gegen Amts- und MandatstrÀger hat im vergangenen Jahr in Deutschland erneut deutlich zugenommen. Das geht aus einer vorlÀufigen Auswertung des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner hervor, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Die Antwort liegt auch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. 

Demnach verzeichnete das Bundeskriminalamt (BKA) bis zum Stichtag am 31.12.2024 insgesamt 4.923 solcher Taten. Im Jahr 2023 waren es bis zum selben Stichtag 4.047 Straftaten gegen Amts- und MandatstrĂ€ger. Im Jahresvergleich ist das einen Anstieg um mehr als 20 Prozent. Zu den Amts- und MandatstrĂ€gern zĂ€hlen BĂŒrgermeisterinnen, LandrĂ€te, Stadtverordnete oder Abgeordnete. 

Die Polizeien der LĂ€nder können entsprechende Taten aus dem vergangenen Jahr noch bis Ende Januar an das BKA nachmelden. Die bislang nur vorlĂ€ufige Zahl dĂŒrfte also noch ansteigen. Im LĂ€ndervergleich wurden die meisten der Straftaten laut BKA in Bayern (747) und Baden-WĂŒrttemberg (633) registriert, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (540) und Berlin (533).

Renner: «Breite Welle von Angriffen auf MandatstrÀger»

«Permanente Hetze gegen demokratische Institutionen, wie zuletzt die Markierung von CDU/FDP-MdB als Abweichler mit Foto nach Art der Anti-Antifa, beflĂŒgeln eine breite Welle von Angriffen auf MandatstrĂ€ger», sagte Renner dem RND vor dem Hintergrund der jĂŒngsten Abstimmung im Bundestag zu einem Gesetzentwurf zur Migration. Dieser scheiterte am Freitag trotz Zustimmung der AfD, weil Stimmen von Union und FDP fehlten. Renner beklagte: «Alle vier Tage eine gewalttĂ€tige Attacke und insgesamt ein FĂŒnftel mehr Straftaten zeigen, dass vielfach nur noch die Konfrontation gesucht wird.»

StÀdtetag alarmiert

Der PrĂ€sident des Deutschen StĂ€dtetages, Markus Lewe, bezeichnete die Zahlen als alarmierend. «Es ist erschreckend, dass Menschen, die sich fĂŒr andere Menschen einsetzen, zur Zielscheibe werden», sagte der OberbĂŒrgermeister der Stadt MĂŒnster. Lewe mahnte einen respektvollen Umgang miteinander an, auch bei politisch völlig anderen Standpunkten. 

Zugleich mĂŒssten Angriffe auf Amt- und MandatstrĂ€ger von Polizei und Justiz konsequent verfolgt und bestraft werden. Auch kleinere Angriffe und persönliche Diffamierungen dĂŒrften nicht bagatellisiert werden. Nachstellungen, AufmĂ€rsche vor WohnhĂ€usern und Bedrohungen gehörten ins Strafgesetzbuch. Außerdem mĂŒsse das «Kommunale Monitoring» zu Hass und Hetze gegenĂŒber AmtstrĂ€gerinnen und -trĂ€gern vom Bund verlĂ€ngert werden, forderte Lewe. Es liefere verlĂ€ssliche Zahlen und Einblicke, wie hĂ€ufig und in welchen Bereichen die VorfĂ€lle auftreten.

@ dpa.de