Bauer vor dem Aus: Wolfsburg verliert auch gegen HSV
07.03.2026 - 17:38:29 | dpa.deDie Tage von Daniel Bauer beim VfL Wolfsburg scheinen endgĂŒltig gezĂ€hlt. Der Trainer verlor mit den Niedersachsen auch gegen den Hamburger SV mit 1:2 (1:1) und dĂŒrfte damit kaum noch zu halten sein. Nach dem desaströsen 0:4 beim VfB Stuttgart hatten die Bosse um den ebenfalls umstrittenen Sport-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Peter Christiansen dem 43 Jahre alten Trainer ĂŒberraschend noch einmal das Vertrauen ausgesprochen.
Doch die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Spielen dĂŒrfte fĂŒr Bauer nun das Aus bedeuten. Nach dem Schlusspfiff gab es Tumulte zwischen den Spielern auf dem Rasen, der Wolfsburger Ersatztorwart Marius MĂŒller sah die Rote Karte (90.+9). Im Wolfsburger Fanblock wurde Pyrotechnik gezĂŒndet.Â
Hecking als Nachfolger?
In der Volkswagen Arena fiel immer wieder der Name von Dieter Hecking als möglichem Nachfolger. Hecking hatte mit dem VfL 2015 den DFB-Pokal gewonnen. Zuletzt war er im September 2025 beim VfL Bochum entlassen worden.
Der HSV machte mit dem Sieg in Wolfsburg dagegen einen groĂen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Luka Vuskovic (33. Minute) und Jean-Luc DompĂ© (58.) trafen jeweils per Foulelfmeter. Christian Eriksen hatte die Gastgeber ebenfalls per StrafstoĂ in FĂŒhrung gebracht (22.). Der HSV liegt nun neun Punkte vor dem Tabellen-17. aus Wolfsburg.
Bauers Appell an die Fans
Bauer, der im November des vergangenen Jahres die Nachfolge von Paul Simonis angetreten hatte und kurz vor Weihnachten zum Cheftrainer befördert worden war, hatte vor seinem persönlichen Endspiel an die AnhĂ€nger des VfL appelliert. Und die Wolfsburger Fans lieferten. Schon zum Abschlusstraining am Freitag waren mehr als 2.500 Leute gekommen - fĂŒr Wolfsburger VerhĂ€ltnisse eine beeindruckende Anzahl.
Und auch in der Volkswagen Arena pushten die VfL-Fans ihr Team von der ersten Minute an nach vorn. Zwar hatten sich auch rund 10.000 AnhÀnger aus der Hansestadt auf den Weg in die VW-Stadt gemacht, doch anders als in der Vergangenheit schon hÀufiger hielten die Wolfsburger Fans lautstark dagegen. Von der AtmosphÀre her wirkte es wie ein richtiges Abstiegsendspiel am 34. Spieltag.
Guter Wolfsburger Start
FĂŒr die Gastgeber hatte die Partie auch in der Tat eine Ă€hnliche Bedeutung. Und das in dieser Saison oft so leblos auftretende Wolfsburger Team schien den Ernst der Lage zumindest erkannt zu haben. Die Niedersachsen begannen couragiert und bestimmten anfangs das Geschehen. Dem HSV war die Verunsicherung nach zuletzt zwei Niederlagen dagegen anzumerken. Die FĂŒhrung durch einen von Eriksen verwandelten Foulelfmeter nach etwas mehr als 20 Minuten war daher verdient.
Bauer hatte sein Team gleich auf fĂŒnf Positionen verĂ€ndert, unter anderem saĂen Stars wie Mohammed Amoura und Lovro Majer zunĂ€chst nur auf der Bank. Stattdessen feierten Jonas Adjetey und Jesper Lindström ihr Startelf-DebĂŒt. Zwar konnte der VfL spielerisch erneut nicht ĂŒberzeugen, Einsatz und Wille stimmten aber lange Zeit.
HSV nutzt zwei Elfmeter zur Wende
Zur Pause stand es dennoch nur 1:1, weil der HSV aus dem Nichts durch einen Foulelfmeter zum Ausgleich kam. Vuskovic hatte beim StrafstoĂ aber viel GlĂŒck, dass VfL-Torwart Kamil Grabara den schwachen Schuss nicht parieren konnte.
Der Gegentreffer hinterlieĂ bei den Wolfsburgern deutliche Spuren. Der HSV, der zuvor auf ganzer Linie enttĂ€uscht hatte, ĂŒbernahm nun das Kommando und ging kurz nach der Halbzeit sogar in FĂŒhrung. Wieder war es ein Elfmeter, der den VfL bis ins Mark traf. Adjetey hatte bei einer Ecke so lange an Vuskovic gezogen, dass Schiedsrichter Florian Exner gar nicht anders konnte, als auf den Punkt zu zeigen. Dieses Mal war es DompĂ©, der sicher verwandelte.
Der RĂŒckstand wirkte auf den VfL wie ein Schock. In der Folgezeit lief nicht mehr viel zusammen. Bauer verfolgte seine wohl letzten Minuten als VfL-Coach konsterniert an der Seitenlinie.
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