Verdi, Streikwelle

Verdi verteidigt aktuelle Streikwelle

15.03.2024 - 15:50:54

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, hat die aktuelle Streikwelle mit einem hohen Nachholbedarf in weiten Teilen des Dienstleistungssektors begrĂŒndet.

"Über viele Jahre herrschte in einigen Bereichen eine prekĂ€re Situation: Ausgliederungen, Leiharbeit, WerkvertrĂ€ge oder nur Teilzeitjobs wie bei den Bodenverkehrsdiensten an den FlughĂ€fen haben die Arbeitsbedingungen geprĂ€gt", sagte Werneke dem "Tagesspiegel" (Samstagausgaben). "Daraus ist ein erheblicher Nachholbedarf entstanden." Viele BeschĂ€ftigte wohnten zudem in Ballungsgebieten und seien von hohen Mieten betroffen.

"Alles zusammen ergibt eine Gemengelage, die zu einer hohen Streikbeteiligung in den aktuellen Konflikten fĂŒhrt", sagte Werneke. GrundsĂ€tzlich habe sich das tarifpolitische Zentrum stĂ€rker in den Dienstleistungsbereich verlagert, erklĂ€rte er. "Das hĂ€ngt damit zusammen, dass die BeschĂ€ftigten ein neues Selbstbewusstsein entwickelt haben, was wiederum auch mit der verbesserten Situation auf dem Arbeitsmarkt zusammenhĂ€ngt." Im Ergebnis habe man wieder mehr Engagement und Mut in Tarifbewegungen. "In dem Moment, in dem Dienstleistungen stĂ€rker ins Zentrum von Tarifkonflikten rĂŒcken, haben die Arbeitgeber das Interesse, diese Streiks unwirksamer zu machen. Das ist die Position von WirtschaftsverbĂ€nden und ihnen nahestehenden politischen KrĂ€ften", sagte der Verdi-Chef mit Blick auf Forderungen, das Streikrecht einzuschrĂ€nken.

@ dts-nachrichtenagentur.de