EVP-Chef, Weber

EVP-Chef Weber fordert EU-PrÀsidenten

28.01.2026 - 14:23:36

Der Vorsitzende der EuropĂ€ischen Volkspartei, Manfred Weber, fordert ein neues Amt in der EU: einen EuropĂ€ischen PrĂ€sidenten."Wir mĂŒssen aufhören, jeden Tweet aus Washington zu kommentieren, und endlich europĂ€isch fĂŒhren", sagte Weber dem "Spiegel".

Der EVP-Chef schlĂ€gt vor, dass nach der nĂ€chsten Europawahl das Amt der KommissionsprĂ€sidentin mit dem Amt des RatsprĂ€sidenten zusammengefĂŒhrt wird. Er schĂ€tze EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa, sagte Weber. "Aber noch besser wĂ€re ein starkes europĂ€isches Gesicht, ein EuropĂ€ischer PrĂ€sident. Das wĂ€re eine mĂ€chtige Funktion."

Weber forderte außerdem eine EU-Erweiterungsrunde: "Die Westbalkanstaaten, Moldau und die Ukraine gehören zu einem geeinten Europa", sagte Weber. Auch Grönland und Island zeigten Interesse.

Der EVP-Chef will zudem einen neuen europĂ€ischen Vertrag nach dem Vorbild des Euro und Schengen fĂŒr die europĂ€ische Außen- und Sicherheitspolitik schließen. "Wir sind durch die europĂ€ischen VertrĂ€ge an das Prinzip der Einstimmigkeit in der Außenpolitik gebunden", sagte Weber. Das bremse die EU aus. "Deshalb bin ich fĂŒr einen neuen Vertrag, einen SouverĂ€nitĂ€tsvertrag, der es willigen Staaten ermöglicht, gemeinsam stĂ€rker in der Außen- und Sicherheitspolitik zusammenzuarbeiten", so Weber. Die "Gestalter" mĂŒssten vorangehen.

"Damit drehen wir den Spieß um. Dann können Viktor OrbĂĄn in Ungarn oder Robert Fico in der Slowakei die EU nicht mehr in Geiselhaft nehmen. Sie mĂŒssen vielmehr erklĂ€ren, warum sie plötzlich allein dastehen." Dass das Vorgehen möglich sei, zeige das Beispiel des Euro oder des Schengenraums. "Bei beiden Projekten waren nicht alle EU-Staaten dabei. Jetzt brauchen wir ein solches Vorgehen bei der Außen- und Sicherheitspolitik", sagte Weber.

Er hoffe, dass Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron, Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mitziehen werden. FĂŒr das Wochenende hat Weber zu einer EVP-Klausur in Zagreb eingeladen, wo etwa Merz oder Polens Regierungschef Donald Tusk anwesend sein werden. "Da möchte ich eine ehrliche Debatte. Wenn wir uns einig sind, dass Europa unabhĂ€ngiger werden soll, mĂŒssen wir den nĂ€chsten Schritt gehen", so Weber.

@ dts-nachrichtenagentur.de