Russland, EU

Laschet plĂ€diert perspektivisch fĂŒr direkte GesprĂ€che mit Moskau

17.12.2025 - 14:38:04

Der Vorsitzende des AuswĂ€rtigen Ausschusses des Bundestags, Armin Laschet (CDU), plĂ€diert dafĂŒr, perspektivisch wieder offizielle direkte GesprĂ€chskanĂ€le nach Russland zu schaffen.

Derzeit hĂ€nge es in Ermangelung direkter ZugĂ€nge zum Kreml an den Amerikanern, europĂ€ische BeschlĂŒsse an Moskau zu kommunizieren, sagte er dem Nachrichtensender "Welt". Das sei auf Dauer nicht gut. "Wir mĂŒssen jetzt hoffen, dass der Gipfel morgen ein Erfolg wird, dass die EuropĂ€er geschlossen stehen und dass die GesprĂ€che der Amerikaner ĂŒber den europĂ€ischen Plan mit Russland jetzt ebenfalls zu Ergebnissen fĂŒhren. Und das ist eher das Bedauerliche, dass die EuropĂ€er PlĂ€ne erarbeiten, aber die Amerikaner bringen die nach Russland, weil wir selbst mit Russland nicht reden. Und das ist, glaube ich, auf Dauer auch kein Zustand." Den beim EU-Gipfel zu diskutierenden Zugriff auf russische Vermögenswerte zugunsten der Ukraine hĂ€lt Laschet fĂŒr eine komplizierte Debatte mit unklarem Ausgang.

Die ablehnende Haltung Ungarns oder der Slowakei seien dabei nicht das Problem - "das könnte man ja auffangen", so Laschet. "Aber es mĂŒssen Frankreich, Spanien, Italien, Polen, große LĂ€nder sagen: `Wir bĂŒrgen, wenn es schief geht.` Und das ist bisher nicht gesichert." Die Risiken fĂŒr den deutschen Steuerzahler hĂ€lt Laschet fĂŒr real: "Die Hinderungen sind, dass wir zum einen die Illusion wecken, da gibt es russisches Vermögen - und das nehmen wir jetzt und das geben wir der Ukraine. So ist der Vorgang aber nicht. Es wird nicht konfisziert, sondern man macht eine Anleihe da drauf und glaubt, wenn Russland dann Reparationen zahlt, dann kommt das Geld zurĂŒck." "Wenn man aber davon ausgehen wĂŒrde, Russland wird nie im Leben fĂŒr irgendetwas Reparationen zahlen, dann heißt das, die Staaten mĂŒssen bĂŒrgen." Das sei das, was Belgien erwarte. "Das ist fĂŒr den deutschen Steuerzahler sicher ein Viertel der gesamten Summe, die wir dann aufbringen mĂŒssen. Und das ist in jedem Mitgliedsland eine Frage: Geht man diesen Weg mit? Ist man bereit, diese Milliarden fĂŒr eine BĂŒrgschaft aufzunehmen?"

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