Roth, Haushaltsstreit

Roth kritisiert Haushaltsstreit um Ukraine-Hilfen

23.08.2024 - 16:42:49

Der Vorsitzende des AuswÀrtigen Ausschusses, Michael Roth (SPD), hat den Streit um die Hilfszahlungen an die Ukraine erneut scharf kritisiert.

"Fast scheint es so, als sei der Koalitionsfrieden in Berlin inzwischen wichtiger als ein gerechter Frieden in der Ukraine", schreibt Roth in einem Gastbeitrag fĂŒr die "Welt am Sonntag". Das wĂ€re "ein falsches Signal zur falschen Zeit, das weder im Interesse der Ukraine noch Europas liegt", so der Außenpolitiker. "Unsere Freiheit und Sicherheit dĂŒrfen wir nicht von HaushaltszwĂ€ngen abhĂ€ngig machen." Roth fordert den schnellen Einsatz russischer Vermögen fĂŒr die Ukraine-Hilfen.

Es gebe "rechtssichere Wege", um "das gesamte eingefrorene russische Staatsvermögen in Höhe von rund 260 Milliarden Euro zur VerfĂŒgung zu stellen", schreibt er. Den Plan, ZinsertrĂ€ge aus den eingefrorenen russischen Staatsvermögen zur Finanzierung der militĂ€rischen UnterstĂŒtzung der Ukraine heranzuziehen, hĂ€lt Roth fĂŒr nicht praktikabel. "Das neue internationale Finanzierungsinstrument in Höhe von 46 Milliarden Euro existiert bisher nur auf dem Papier. Es bleibt ungewiss, wann und in welchem Umfang die Mittel tatsĂ€chlich zur VerfĂŒgung stehen", schrieb der SPD-Politiker. "Derzeit beruht das weitere Schicksal der Ukraine also auf einem ungedeckten Scheck." Eigentlich sollen die eingefrorenen russischen Vermögen die Freiheit der Ukraine retten, "nicht den Bundeshaushalt", so Roth. Nach 7,5 Milliarden Euro in diesem Jahr plant die Bundesregierung fĂŒr 2025 noch 4 Milliarden Euro fĂŒr die MilitĂ€rhilfen fĂŒr die Ukraine ein, die dann bis 2027 auf nur noch 0,5 Milliarden Euro absinken sollen.

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