Umweltschutz, Schifffahrt

BUND kritisiert Niedrigwasserkonferenz ohne UmweltverbÀnde

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 18:56 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Der Vorsitzende des Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Olaf Bandt, hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) dafĂŒr kritisiert, dass er keine UmweltverbĂ€nde zu seiner "Niedrigwasserkonferenz" eingeladen hat."Was wir brauchen, sind langfristige und nachhaltige Lösungen", sagte Bandt.

BUND kritisiert Umgang mit Niedrigwasser scharf
Wasser (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Dass bei der Niedrigwasserkonferenz keine einzige Umweltorganisation dabei ist, zeigt, dass sich die Bundesregierung nur auf die akuten wirtschaftlichen Folgen der niedrigen PegelstÀnde konzentriert."

Die Bundesregierung verkenne die eigentlichen Probleme. "Wir mĂŒssen mehr Wasser in den FlĂ€chen halten, Wasserentnahmen reduzieren und unsere FlĂŒsse klimaresilient machen. Nur so können die Folgen der Trockenheit begrenzt werden", sagte er.

"Die niedrigen Flusspegel sind kein kurzfristiges WetterphĂ€nomen, sondern Symptom der Klimakrise. Deutschland handelt beim Schutz seines Wasser viel zu zögerlich und spĂ€t", kritisierte der BUND-Vorsitzende. "Dabei gibt die Nationale Wasserstrategie vor, wie es geht. Intakte Flusslandschaften sind natĂŒrliche Wasserspeicher, die ökologisch gestĂ€rkt werden mĂŒssen. Die Binnenschifffahrt muss an die FlĂŒsse angepasst werden und nicht umgekehrt. Niedrige Pegel können nicht einfach weggebaggert werden."

PrimĂ€res Ziel gemĂ€ĂŸ der Nationalen Wasserstrategie sollte der Schutz von OberflĂ€chen- und Grundwasserreserven sein, sowie die ökologischen Funktionen der FlĂŒsse aufrechtzuerhalten, forderte der BUND. Statt die FlĂŒsse fĂŒr immer grĂ¶ĂŸere Schiffe zu vertiefen, sollten neue, fĂŒr Niedrigwasser geeignete Schiffstypen eingesetzt werden. Dazu sollten entsprechende Anreize geschaffen und bestehende Förderprogramme aufgestockt werden.

Zudem mĂŒsse Lagerhaltung wieder zum Standard werden, um LieferengpĂ€sse auszugleichen. Denn mit derartigen niedrigen WasserstĂ€nden sei in Zukunft auch am Rhein vermehrt zu rechnen. Um TransporteinschrĂ€nkungen bei extremem Niedrigwasser vorzubeugen, mĂŒsse daher der Transport auf der Schiene zu einer finanziell attraktiven Alternative werden. Entsprechende Investitionen ins Schienennetz speziell fĂŒr den GĂŒterverkehr seien somit unumgĂ€nglich.

de | politik | 69919902 |