EU-MilitÀrchef, Stationierung

EU-MilitĂ€rchef fĂŒr Stationierung von Soldaten auf Grönland

26.01.2025 - 15:01:38

Der Vorsitzende des MilitĂ€rausschusses der EuropĂ€ischen Union, Robert Brieger, spricht sich fĂŒr eine Stationierung von EU-Soldaten auf Grönland aus.

"Das wĂ€re ein starkes Signal und könnte zur StabilitĂ€t in der Region beitragen", sagte der österreichische General im Interview der "Welt am Sonntag". Grönland, das US-PrĂ€sident Donald Trump unter Kontrolle der USA bringen will, habe aus geopolitischer und sicherheitspolitischer Sicht eine große Bedeutung.

"Dort gibt es reichhaltige Rohstoffvorkommen, zudem fĂŒhren wichtige Verkehrswege fĂŒr den internationalen Handel vorbei", sagte der Brieger. "Mit zunehmender Eisschmelze infolge des Klimawandels schafft das aber auch ein gewisses Spannungspotenzial gegenĂŒber Russland und möglicherweise China." Aus seiner Sicht "wĂ€re es durchaus sinnvoll, in Grönland nicht nur wie bisher US-StreitkrĂ€fte zu stationieren, sondern auch eine Stationierung von EU-Soldaten in ErwĂ€gung zu ziehen."

Grönland ist weitgehend autonom, zĂ€hlt aber offiziell zum Königreich DĂ€nemark. Trump hatte zuletzt immer wieder mit teils drastischen Worten seine Begehrlichkeiten unterstrichen. Dabei schloss er auch militĂ€rischen und wirtschaftlichen Zwang nicht aus, um Kontrolle ĂŒber die Insel zu erlangen.

"Festgeschriebene Unverletzlichkeit von Grenzen"

"Trump ist PrĂ€sident einer Großmacht, die auch Mitglied der Vereinten Nationen ist", sagte Brieger. "Ich gehe darum davon aus, dass er die in der UN-Charta festgeschriebene Unverletzlichkeit von Grenzen respektiert. Grönland ist ein dĂ€nisches Territorium in Übersee, das allerdings nicht zur EU gehört. Trotzdem haben die EuropĂ€er - ebenso wie die USA - Interessen in Grönland."

Der MilitĂ€rausschuss der EU ist das höchste militĂ€rische Gremium im Rahmen des EU-Rates. Er dient der militĂ€rischen Konsultation und Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten. Die Stationierung von EU-Soldaten auf Grönland sei letztlich "eine politische Entscheidung, wobei viele Interessen berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen", sagte Brieger. Die USA sind mit der Zustimmung DĂ€nemarks seit dem Zweiten Weltkrieg auf Grönland prĂ€sent.

@ dpa.de