Polizei, Gesichtserkennungs-Software

Polizei soll Gesichtserkennungs-Software einsetzen dĂŒrfen

09.08.2024 - 16:19:56 | dpa.de

Deutsche Polizeibehörden drĂ€ngen seit lĂ€ngerem darauf, zur Suche nach VerdĂ€chtigen auch Gesichtserkennungs-Programme nutzen zu dĂŒrfen. Diesem Wunsch möchte Innenministerin Faeser nun nachkommen.

Programme zur Gesichtserkennung sollen das Auffinden von VerdÀchtigen erleichtern. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
Programme zur Gesichtserkennung sollen das Auffinden von VerdÀchtigen erleichtern. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa

Bei der Suche nach mutmaßlichen Terroristen und Schwerverbrechern sollen Bundeskriminalamt und Bundespolizei kĂŒnftig auch Gesichtserkennungs-Software einsetzen dĂŒrfen. Das sieht ein Gesetzentwurf von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) vor, wie ein Sprecher ihres Ministeriums bestĂ€tigte. So sollen die Ermittler etwa Internet-Videos von IS-Mitgliedern mit Bildern in den sozialen Netzwerken abgleichen können, um Hinweise auf den Aufenthaltsort der Islamisten zu erhalten. Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hatte zuerst ĂŒber das Vorhaben berichtet.

Die Ermittlungsbehörden drĂ€ngen schon lĂ€nger darauf, den Einsatz solcher Instrumente zu erlauben. Neue Nahrung erhielt diese Forderung nach der Festnahme der ehemaligen RAF-Terroristin Daniela Klette. Ein kanadischer Journalist hatte schon Monate zuvor mit einem Gesichtserkennungs-Programm im Internet Ă€ltere mutmaßliche Fotos von Klette und ihren Tanzgruppen in Berlin gefunden.

Keine Live-Gesichtserkennung durch Überwachungskameras

Die geplante GesetzesĂ€nderung, die noch von Kabinett und Bundestag gebilligt werden muss, soll den Ermittlern deshalb einen biometrischen Abgleich mit Bilddaten aus dem Internet ermöglichen sowie eine automatisierte Datenanalyse mithilfe von KĂŒnstlicher Intelligenz.

Eine Echtzeit-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum - etwa durch VideoĂŒberwachung an Bahnhöfen - ist nach Angaben des Ministeriums jedoch ausdrĂŒcklich nicht geplant.

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