Deutschland Cup, André Rankel

Deutschland Cup: Rankel gewinnt Debüt gegen Österreich mit 3:0

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 21:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die deutsche Auswahl setzt sich in Düsseldorf vor 5.101 Zuschauern durch. Für den neuen Bundestrainer folgt am Samstag das Spiel gegen Lettland, ehe am Sonntag die Partie gegen die Slowakei ansteht.

Neffin bleibt bei Länderspieldebüt ohne Gegentor

  • Stefan Loibl brachte Deutschland in der 33. Minute gegen Österreich in Führung.
  • Colin Ugbekile erhöhte in der 40. Minute auf 2:0 für die DEB-Auswahl.
  • Wojciech Stachowiak erzielte in der 48. Minute den dritten Treffer.
  • Straubings Stefan Loibl (2.v.l.) brachte das deutsche Team in Führung. - Bild: Markus Lenhardt/dpa
  • Trotz des Sieges hat Rankel noch Arbeit vor sich als Bundestrainer. - Bild: Markus Lenhardt/dpa
  • Grund zum Jubeln: Bundestrainer André Rankel feiert gegen Österreich ein gelungenes Debüt. - Bild: Markus Lenhardt/dpa
Straubings Stefan Loibl (2.v.l.) brachte das deutsche Team in Führung.  - Bild: Markus Lenhardt/dpa Trotz des Sieges hat Rankel noch Arbeit vor sich als Bundestrainer. - Bild: Markus Lenhardt/dpa Grund zum Jubeln: Bundestrainer André Rankel feiert gegen Österreich ein gelungenes Debüt. - Bild: Markus Lenhardt/dpa

Deutschland startet mit Sieg in Rankels Amtszeit

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat Österreich zum Auftakt des Deutschland Cups in Düsseldorf mit 3:0 besiegt. Für den neuen Bundestrainer André Rankel war es der erfolgreiche Einstand, während Torhüter Jonas Neffin bei seinem Länderspieldebüt ohne Gegentreffer blieb.

Loibl eröffnet die Partie

Vor 5.101 Zuschauern blieb die Begegnung im ersten Drittel torlos. Deutschland war spielbestimmend, kam aber zunächst nur selten zwingend zum Abschluss.

Stefan Loibl von den Straubing Tigers erzielte in der 33. Minute die überfällige Führung. Colin Ugbekile von den Iserlohn Roosters legte in der 40. Minute zum 2:0 nach.

Stachowiak sorgt für klare Verhältnisse

Im Schlussdrittel ließ das Tempo nach. Wojciech Stachowiak vom schwedischen Klub Örebro HK traf in der 48. Minute zum Endstand.

Rankel hatte für das Vier-Nationen-Turnier wegen der Belastung der DEL-Spitzenklubs überraschend einen B-Kader nominiert. Die deutsche Auswahl zeigte das angekündigte schnelle und aggressive Spiel, offenbarte aber Abstimmungs- und Abschlussprobleme.

Lettland wartet am Samstag

Am Samstag geht es um 18.30 Uhr gegen Lettland weiter, das die Slowakei zuvor mit 3:2 nach Verlängerung besiegt hatte. Zum Abschluss trifft Deutschland am Sonntag um 14.45 Uhr auf die Slowakei; beide Partien werden bei MagentaSport übertragen.

Russland-Debatte begleitet das Turnier

Am Rand des Deutschland Cups bleibt die mögliche Rückkehr Russlands auf die internationale Eishockey-Bühne ein zentrales Thema. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte die Suspendierung russischer Teams von Weltmeisterschaften wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine aufgehoben.

Der DEB soll im Mai die Weltmeisterschaft in Deutschland ausrichten. Der Verband, der Weltverband IIHF und die Bundesregierung suchen nach Lösungen, nachdem mehrere Nationen mit einem Boykott gedroht haben. Lettland darf nach eigenen gesetzlichen Vorgaben nicht gegen Russland spielen.

„Natürlich hätte ich mir da auch eine andere Entscheidung gewünscht“, sagte Rankel vor dem Turnierstart. Kontrollieren könne er nur den Sport. Gegen Österreich gelang das zumindest zum Auftakt.

Der Auftaktsieg fällt in eine Phase, in der der Deutsche Eishockey-Bund sportlich und organisatorisch unter Druck steht. Nach drei enttäuschenden großen Turnieren soll Rankel mit einem schnellen, aggressiven Ansatz neue Impulse setzen. Der Deutschland Cup bietet dafür ein wichtiges, aber begrenztes Testfeld, weil die Auswahl wegen der Belastung der DEL-Spitzenklubs nicht mit dem stärksten Kader antritt.

Besonders aussagekräftig ist die Kombination aus defensiver Stabilität und Spezialteams: Deutschland blieb ohne Gegentor und erzielte zwei seiner drei Treffer in Überzahl. Zugleich zeigen die Schwierigkeiten im Abschluss und die ungenutzte erste Überzahlsituation, dass der neue Trainer noch Abstimmungen verbessern muss. Der Sieg gegen Österreich verschafft Rankel dennoch einen gelungenen Einstieg und dem Team Selbstvertrauen.

Sport und Politik eng verbunden

Über den Turnierverlauf hinaus reicht die Debatte um die mögliche Rückkehr Russlands zur Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland. Das CAS-Urteil stellt den DEB und die Bundesregierung vor praktische und politische Fragen; mehrere Verbände haben Widerstand gegen Spiele gegen Russland angekündigt. Für Leser in Düsseldorf ist das Thema besonders greifbar, weil die Stadt als Spielort der geplanten WM vorgesehen ist. Im Deutschland Cup bleibt der sportliche Fokus zunächst auf Lettland und der Slowakei gerichtet.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Russland bei der Eishockey-WM: Deutschlands Dilemma“ (04.11.2026)

Der Beitrag ordne ein, dass Russland nach dem CAS-Urteil bei der WM 2027 in Deutschland teilnehmen dürfe. Anders als die dpa-Meldung zum sportlichen Auftakt richte er den Schwerpunkt auf mögliche Boykotte, Visa-Fragen und die politische Verantwortung Deutschlands.

WDR: „Diskussion über Russland-Teilnahme: Eishockey-WM in Deutschland 2027 auf der Kippe?“ (03.11.2026)

Der WDR habe die möglichen Folgen für die WM-Ausrichtung in Düsseldorf und weiteren Spielorten beleuchtet. Beide Beiträge stellten die Teilnahme Russlands und mögliche Boykotte in den Mittelpunkt; offen bleibe, wie die beteiligten Institutionen die WM organisatorisch sichern wollten.

Gemeinsam sei den Beiträgen die Einschätzung, dass das CAS-Urteil über den Sport hinausreiche. Unterschiede gebe es beim Schwerpunkt: Während der Deutschlandfunk die politische Zwickmühle Deutschlands betone, stelle der WDR zusätzlich die Folgen für Austragungsorte und Veranstalter heraus.

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