Lehrer, Deutschland

Lehrer in Deutschland arbeiten öfter in Teilzeit

11.01.2024 - 14:09:55

Deutschland fehlen LehrkrÀfte - dennoch arbeiteten im vergangenen Schuljahr mehr Lehrer in Teilzeit als in den Jahren davor. Und auch die Altersstruktur könnte bald zum Problem werden.

Im Schuljahr 2022/2023 haben rund 724.800 Lehrerinnen und Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen in Deutschland gearbeitet - 42,3 Prozent davon in Teilzeit. Damit lag die Teilzeitquote auf dem höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Und dass, obwohl Schulen hÀnderingend nach neuen LehrkrÀften suchen.

Im Schuljahr zuvor lag die Teilzeitquote den Angaben zufolge bei 40,6 Prozent, was ebenfalls ein Höchstwert der vorherigen zehn Jahre war. Insbesondere Frauen reduzieren hÀufig ihre Arbeitszeit: Bei Lehrerinnen war die Teilzeitquote mit 49,9 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei ihren mÀnnlichen Kollegen, von denen 21,8 Prozent in Teilzeit arbeiteten.

Unterschiede zwischen den LĂ€ndern

Dabei gab es deutliche Unterschiede zwischen den BundeslĂ€ndern. WĂ€hrend in Hamburg (54,4 Prozent) und Bremen (49,9 Prozent) rund die HĂ€lfte des Lehrpersonals an allgemeinbildenden Schulen in Teilzeit arbeitete, war es in ThĂŒringen nur rund jede vierte Lehrkraft (24,1 Prozent) sowie gut jede fĂŒnfte (21,4 Prozent) in Sachsen-Anhalt.

Dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) zufolge gab mehr als die HĂ€lfte der Schulleiter und -leiterinnen im vergangenen Jahr an, dass mindestens eine Lehrerstelle zu Beginn des laufenden Schuljahres nicht besetzt gewesen sei. In fast jeder fĂŒnften Schule (17 Prozent) von ihnen waren sogar drei oder mehr Stellen vakant.

Angesichts des steigenden LehrkrĂ€ftebedarfs wird auch die Altersstruktur derzeitiger Lehrerinnen und Lehrer wichtiger, um den kĂŒnftigen Bedarf einzuschĂ€tzen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war zuletzt mehr als ein Drittel (36,2 Prozent) der Lehrerinnen und Lehrer Ă€lter als 50 Jahre, 10,6 Prozent waren 60 Jahre und Ă€lter. Diese dĂŒrften kurz- bis mittelfristig in den Ruhestand gehen. Die unter 35-JĂ€hrigen machten 21,1 Prozent der LehrkrĂ€fte an allgemeinbildenden Schulen aus.

Ältere LehrkrĂ€fte insbesondere im Osten

Besonders in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern war der Anteil Ă€lterer LehrkrĂ€fte hoch. In Sachsen-Anhalt stellten die ĂŒber 50-JĂ€hrigen mit 57,1 Prozent die grĂ¶ĂŸte Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern dar. In ThĂŒringen 53,5 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern 52,5 Prozent. Im Saarland (28,2 Prozent) und in Bremen (30,4 Prozent) war ihr Anteil besonders niedrig.

Insbesondere in Bremen arbeiteten viele junge Lehrerinnen und Lehrer. Dort stellten die unter 30-JĂ€hrigen dem Bundesamt zufolge einen Anteil von 10 Prozent. Es folgten Rheinland-Pfalz (9,2 Prozent) und Hessen (8,6 Prozent).

Die Zahl der StudienanfÀngerinnen und -anfÀnger in LehramtsstudiengÀngen sank den Angaben zufolge im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge. Im Studienjahr 2022 begannen knapp 45.400 junge Leute ein Lehramtsstudium - das waren 3,2 Prozent weniger als im Studienjahr 2021 und 7 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor.

Auch die Zahl der Lehramtsabsolventinnen und -absolventen ging zurĂŒck: Im PrĂŒfungsjahr 2022 haben rund 28.700 Studentinnen und Studenten ihre AbschlussprĂŒfungen bestanden. Das waren zwar nur 0,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor (rund 28.900). Im Zehnjahresvergleich sank die entsprechende Zahl allerdings um 10,5 Prozent.

@ dpa.de