Abgeordnete fordern Widerspruchslösung bei Organspende
07.05.2026 - 12:15:41 | dpa.deEine Gruppe von Abgeordneten ĂŒber Fraktionsgrenzen hinweg fordert eine grundlegende Neuregelung der Organspende in Deutschland. Ab dem Jahr 2030 soll demzufolge jede und jeder zunĂ€chst als Organspender gelten, auĂer, man widerspricht. Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann sagte, in den vergangenen Jahren sei bereits viel getan worden, um mehr lebensrettende Spenderorgane etwa durch Verbesserungen in den KrankenhĂ€usern zu erreichen. «Aber alles das hat nichts bewirkt», sagte die WirtschaftsstaatssekretĂ€rin.
Die Gruppe schlĂ€gt daher eine Widerspruchsregelung vor. KĂŒnftig solle jeder volljĂ€hrige und einwilligungsfĂ€hige Mensch möglicher Organspender sein, wenn er eingewilligt oder nicht explizit widersprochen habe, sagte die SPD-Abgeordnete und Ărztin Sabine Dittmar. Connemann ergĂ€nzte: «Jeder von Ihnen und von uns kann zum Lebensretter, zur Lebensretterin werden.»
Neue ethische Debatte im Bundestag
Am Vortag hatte eine weitere Gruppe â ebenfalls aus Abgeordneten von CDU, CSU, SPD, Linken und GrĂŒnen â vor einer solchen Widerspruchsregelung gewarnt. Diese wĂ€re ein «Grundrechtseingriff», so diese Parlamentarier.
Dieses Argument wies die Gruppe um Connemann, Dittmar sowie weitere Abgeordneten von GrĂŒnen und Linken zurĂŒck. «Niemand wird gegen seinen Willen zum Organspender oder zur Organspenderin», versicherte GrĂŒnen-Politiker Armin Grau.
Somit steuert der Bundestag erneut auf eine ethische Debatte im Plenum zu, bei der die im normalen Politikbetrieb ĂŒblichen Fraktionsgrenzen nicht zĂ€hlen. Dittmar sagte, angestrebt sei die erste Lesung des Antrags ihrer Gruppe vor der Sommerpause und eine Entscheidung darĂŒber vor Jahresende. Wegen langer Ăbergangsfristen, wĂ€hrend denen die Menschen in Deutschland breit informiert werden sollen, solle das Gesetz dann am 1. Januar 2030 «scharf geschaltet» werden.
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