Deutschland, Ukraine

Deutschland und die Ukraine schließen Sicherheitspakt

16.02.2024 - 15:48:18 | dpa.de

Der Kanzler spricht von einem historischen Schritt. PrĂ€sident Selenskyj nennt ihn lebenswichtig. Beide LĂ€nder sind jetzt langfristig ĂŒber einen Sicherheitspakt miteinander verbunden.

  • Wolodymyr Selenskyj auf dem Weg zum Bundeskanzleramt. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Wolodymyr Selenskyj auf dem Weg zum Bundeskanzleramt. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Bundeskanzler Olaf Scholz empfĂ€ngt den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj vor dem Bundeskanzleramt zu einem Arbeitsbesuch. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Bundeskanzler Olaf Scholz empfÀngt den ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj vor dem Bundeskanzleramt zu einem Arbeitsbesuch. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Die Flaggen von Deutschland und der Ukraine wehen vor dem Bundestag. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Die Flaggen von Deutschland und der Ukraine wehen vor dem Bundestag. - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj ist in Berlin eingetroffen und wird von Bundeskanzler Olaf Scholz empfangen. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj ist in Berlin eingetroffen und wird von Bundeskanzler Olaf Scholz empfangen. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Polizeibeamte sind auf der Spree am Kanzleramt unterwegs. - Bild: Paul Zinken/dpa
    Polizeibeamte sind auf der Spree am Kanzleramt unterwegs. - Bild: Paul Zinken/dpa
  • Außenministerin Annalena Baerbock im GesprĂ€ch mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Außenministerin Annalena Baerbock im GesprĂ€ch mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Wolodymyr Selenskyj auf dem Weg zum Bundeskanzleramt. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Bundeskanzler Olaf Scholz empfĂ€ngt den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj vor dem Bundeskanzleramt zu einem Arbeitsbesuch. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Die Flaggen von Deutschland und der Ukraine wehen vor dem Bundestag. - Bild: Michael Kappeler/dpa Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj ist in Berlin eingetroffen und wird von Bundeskanzler Olaf Scholz empfangen. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Polizeibeamte sind auf der Spree am Kanzleramt unterwegs. - Bild: Paul Zinken/dpa Außenministerin Annalena Baerbock im GesprĂ€ch mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba. - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Deutschland hat mit der Ukraine einen langfristigen Sicherheitspakt geschlossen und weitere Waffen im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro fĂŒr den Abwehrkampf gegen Russland zugesagt. Er enthalte unter anderem die Lieferung von 36 Haubitzen aus IndustriebestĂ€nden, 120.000 Schuss Artilleriemunition, zwei weitere Luftverteidigungssysteme sowie Flugkörper vom Typ Iris-T, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach einem gemeinsamen Auftritt mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin. 

Das Sicherheitsabkommen geht auf einen Beschluss der Staats- und Regierungschefs der Nato bei ihrem Gipfeltreffen im litauischen Vilnius im vergangenen Juli zurĂŒck. Dort wurde vereinbart, dass alle Mitgliedstaaten bilaterale Vereinbarungen abschließen, um die Sicherheit der Ukraine langfristig zu gewĂ€hrleisten. Großbritannien hat im Januar den Anfang gemacht. Die anderen Nato-Staaten sollen nun nach und nach mit ihren Zusagen folgen. Am Abend wollte auch der französische Emmanuel Macron ein Abkommen mit Selenskyj in Paris unterzeichnen.

Scholz spricht von historischem Schritt

Mit der Sicherheitsvereinbarung zwischen beiden LĂ€ndern gehe man einen historischen Schritt weiter in der UnterstĂŒtzung der Ukraine, sagte Scholz. Das Dokument dĂŒrfe in seiner Bedeutung nicht unterschĂ€tzt werden. Es sei eine Zusicherung, dass die Ukraine so lange wie nötig mit Waffenlieferungen unterstĂŒtzen werde. 

«Wichtig ist: Putin hat kein einziges seiner Ziele erreicht», sagte Scholz. Die ukrainischen StreitkrÀfte hÀtten dagegen mehr als die HÀlfte der Gebiete, die Russlands Truppen besetzt hÀtten, befreien können. «Die Widerstandskraft der Menschen in der Ukraine ist bewundernswert.» 

Scholz: «Neue QualitÀt» der Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine hĂ€tten in den vergangenen beiden Jahren «eine ganz neue QualitĂ€t erreicht», sagte Scholz. FĂŒr die militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine habe Deutschland 2024 rund 7,1 Milliarden Euro und 6 Milliarden Euro als VerpflichtungsermĂ€chtigungen fĂŒr die Folgejahre bereitgestellt.

Insgesamt habe Deutschland fĂŒr die militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine mittlerweile Leistungen und Mittel sowie VerpflichtungsermĂ€chtigungen in Höhe von rund 28 Milliarden Euro erbracht. Damit sei Deutschland der zweitgrĂ¶ĂŸte militĂ€rische UnterstĂŒtzer der Ukraine.

Selenskyj spricht von «prÀzedenzlosem Dokument»

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj dankte der Bundesregierung und dem deutschen Volk fĂŒr die UnterstĂŒtzung seines von Russland angegriffenen Landes. Die deutsche Hilfe sei «lebenswichtig fĂŒr die Ukraine, fĂŒr unsere KĂ€mpfer an der Front».

«Unser Sicherheitsabkommen ist wirklich ein prĂ€zedenzloses Dokument, das spiegelt nicht nur das Niveau der bilateralen Beziehungen wider, sondern auch die fundamentale Rolle Deutschlands fĂŒr die Wahrung der NormalitĂ€t in Europa und der Welt.»

Selenskyj reist ĂŒber Paris nach MĂŒnchen weiter

Selenskyj wollte am Nachmittag ĂŒber Paris nach MĂŒnchen weiterreisen. Morgen wird Selenskyj bei der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz auftreten. Geplant sind dort weitere bilaterale Treffen zum Beispiel mit US-VizeprĂ€sidentin Kamala Harris. Der ukrainische PrĂ€sident hatte das wichtigste Politiker- und Expertentreffen zur Sicherheitspolitik im vergangenen Jahr per Videoansprache eröffnet. Jetzt nimmt er erstmals seit der russischen Invasion vor fast genau zwei Jahren persönlich teil.

Es ist der zweite offizielle Deutschlandbesuch Selenskyjs seit dem russischen Angriff auf sein Land. Im Mai vergangenen Jahres war er bei seinem ersten Besuch in Berlin und Aachen, um den Karlspreis entgegenzunehmen. ZusÀtzlich hatte er im vergangenen Dezember auf einer Europareise einen kurzen Zwischenstopp in Wiesbaden gemacht, um die dort stationierten US-StreitkrÀfte zu besuchen

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