BSI: Digitale SouverÀnitÀt Deutschlands ist nicht in Sicht
12.08.2025 - 05:36:44"Wenn es um die digitale SouverĂ€nitĂ€t geht, also die Nutzung europĂ€ischer oder deutscher Hersteller und Dienstleister - auch fĂŒr Satelliten oder KI-Anwendungen - dann muss man sich auch mal ehrlich machen", sagte die BSI-PrĂ€sidentin, Claudia Plattner, der Deutschen Presse-Agentur.
US-Tech-Firmen haben zehn Jahre Vorsprung
Fortschritte seien zwar sichtbar. Dennoch sei klar, "dass manche der groĂen Firmen, vor allem aus den USA, jetzt schon zehn Jahre Vorsprung haben, was entsprechende Investitionen angeht".
Das bedeute fĂŒr Behörden und Unternehmen in Deutschland: "Wir haben technologische AbhĂ€ngigkeiten an ganz vielen Stellen." Es sei unrealistisch zu glauben, "dass wir das kurzfristig alles selbst können werden", sagte Plattner, die seit gut zwei Jahren an der Spitze des Bundesamtes steht.
Das BSI ist die zentrale staatliche Stelle in Deutschland fĂŒr Fragen der IT-Sicherheit. Es gehört zum GeschĂ€ftsbereich des Bundesinnenministeriums. Das Bundesamt mit Hauptsitz in Bonn unterstĂŒtzt Behörden des Bundes bei der Absicherung ihrer IT-Systeme, warnt vor Risiken und entwickelt Sicherheitsstandards, die auch fĂŒr Unternehmen relevant sind. FĂŒr Unternehmen der sogenannten kritischen Infrastrukturen - dazu zĂ€hlen etwa Energie, Gesundheit, Telekommunikation und Transport - sind bestimmte BSI-Vorgaben sogar gesetzlich vorgeschrieben.
Kontrolle ist wichtig
Auf Behördenseite braucht es nach EinschĂ€tzung von Plattner eine Strategie, nach der entschieden wird, welche Technologien von auĂen eingekauft werden "und wie wir eine gewisse Kontrolle darĂŒber gewinnen". Ein solches Konstrukt sei auch die im ersten Quartal dieses Jahres geschlossene Kooperation des BSI mit Google.
Google Cloud und das BSI hatten im Februar eine Vereinbarung unterzeichnet. Ziel sei es, die Entwicklung und Bereitstellung sicherer Cloud-Lösungen fĂŒr Behörden auf Bundes-, Landes - und Kommunalebene zu unterstĂŒtzen. "Ein besonderer Schwerpunkt der Vereinbarung liegt auf der GewĂ€hrung der DatensouverĂ€nitĂ€t", hieĂ es damals in einer Mitteilung.

