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Urteil: Mehr als ein Jahr Haft fĂŒr Holocaust-Leugnerin

26.06.2024 - 16:18:48

Die 95-jÀhrige Ursula Haverbeck leugnet, dass in Auschwitz massenhaft Menschen ermordet wurden. In einem Hamburger Prozess hat das Gericht nun das Urteil gesprochen.

Das Landgericht Hamburg hat die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck wegen Volksverhetzung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Miteinbezogen werde dabei ein Berliner Urteil von 2022 in einem anderen Prozess, sagte die Vorsitzende Richterin in dem Berufungsverfahren. Vier Monate werden als bereits vollstreckt angesehen, weil es zu mehrjÀhrigen Verfahrensverzögerungen gekommen war. Das Urteil ist noch nicht rechtskrÀftig.

Die Staatsanwaltschaft hatte der inzwischen 95-JĂ€hrigen Volksverhetzung in zwei FĂ€llen vorgeworfen. Die in Nordrhein-Westfalen wohnende Haverbeck hatte am 21. April 2015 am Rande des LĂŒneburger Prozesses gegen den frĂŒheren SS-Mann Oskar Gröning vor Journalisten gesagt, Auschwitz sei kein Vernichtungs-, sondern ein Arbeitslager gewesen. In einem Fernsehinterview des NDR-Magazins «Panorama» verneinte sie zudem, dass es dort eine Massenvernichtung von Menschen gab. Nach SchĂ€tzungen von Historikern ermordeten die Nazis allein im KZ Auschwitz-Birkenau mindestens 1,1 Millionen Menschen.

Die in rechtsextremen Kreisen populÀre Haverbeck war 2015 vom Amtsgericht in Hamburg zu zehn Monaten GefÀngnis ohne BewÀhrung verurteilt worden. Dagegen hatte sie Berufung eingelegt. Zu dem Prozess kam es aber erst neun Jahre spÀter.

Seit Jahren mĂŒssen sich immer wieder Strafgerichte mit Aussagen von Haverbeck befassen. 2004 wurde die Seniorin erstmals verurteilt. Sie erhielt eine Geldstrafe. Zuletzt ergingen Strafen ohne BewĂ€hrung. Haverbeck saß wegen Holocaust-Leugnung auch bereits mehr als zwei Jahre im GefĂ€ngnis. 2022 wurde sie erneut wegen Volksverhetzung von einem Berliner Gericht zu einem Jahr GefĂ€ngnisstrafe ohne BewĂ€hrung verurteilt. Die Haft trat sie bislang nicht an.

@ dpa.de