ROUNDUPMilliardenrisiken, Corona-Masken

Ampel will AufklÀrung

25.06.2024 - 18:06:28

Die Ampel-Fraktionen im Bundestag wollen angesichts von Milliardenrisiken aus Streitigkeiten um die Lieferung von Corona-Schutzmasken fĂŒr AufklĂ€rung sorgen.

SPD, GrĂŒne und FDP beantragten am Dienstag die Aufsetzung eines Tagesordnungspunktes fĂŒr die Sitzung des Haushaltsauschusses am Mittwoch.

Die Chef-HaushĂ€lter Dennis Rohde (SPD), Sven-Christian Kindler (GrĂŒne) und Otto Fricke (FDP) erklĂ€rten: "Die VorgĂ€nge zum Einkauf von Schutzmasken zu Beginn der Corona-Pandemie werfen viele Fragen auf." Die Koalition wolle daher der parlamentarischen Verantwortung gerecht werden und fĂŒr AufklĂ€rung sorgen. "Dabei wollen wir aber alle Perspektiven auf das damalige Geschehen anhören und dem ehemaligen Gesundheitsminister (Jens) Spahn die Möglichkeit geben, zu den nicht unerheblichen VorwĂŒrfen, die im Raum stehen, Stellung zu beziehen." Das sei ein Gebot der Fairness.

Nach Angaben des GrĂŒnen-Fachpolitikers Janosch Dahmen will die Koalition auch eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses beantragen. "Es braucht jetzt vollumfĂ€ngliche AufklĂ€rung und Transparenz", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es stellten sich sehr viele Fragen: "Wann wurden mit wem welche VertrĂ€ge geschlossen? An wen ging wie viel Geld?" Dahmen betonte: "An vielen Stellen im Gesundheitswesen fehlt das Geld fĂŒr wichtige Investitionen, wĂ€hrend hier der Staat nun gezwungen sein könnte, Milliarden fĂŒr Masken-Deals zu zahlen, die teilweise nie geliefert wurden, vergammelt oder minderwertig waren."

Wie aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage des FDP-Haushaltspolitikers Karsten Klein hervorging, drohen dem Bund hohe finanzielle Risiken aus noch schwelenden StreitfÀllen um die Lieferung von Schutzmasken zu Sonderkonditionen in der Corona-Pandemie. Demnach sind aktuell in etwa 100 FÀllen Klagen mit einem Streitwert von insgesamt 2,3 Milliarden Euro erhoben.

Hintergrund ist die staatliche Beschaffung damals dringend benötigter, aber sehr knapper Masken fĂŒr das Gesundheitswesen in der FrĂŒhphase der Corona-Krise 2020. Um schneller zu sein, wandte das Ministerium ein besonderes Verfahren an, bei dem LiefervertrĂ€ge ohne weitere Verhandlungen zu festen Kaufpreisen zustande kamen. Vielfach verweigerte das Ministerium spĂ€ter die Bezahlung und machte unter anderem QualitĂ€tsmĂ€ngel geltend. Daraufhin reichten Lieferanten und HĂ€ndler Klagen ein. Kritik wurde im Nachhinein auch daran laut, dass zu viele Masken beschafft worden waren.

@ dpa.de