Waldumbau ist Mehrgenerationen-Projekt
08.10.2024 - 07:20:01"Dieser gesellschaftlich erwĂŒnschte Waldumbau ist ein Mehrgenerationen-Projekt", sagte der PrĂ€sident der Organisation, Andreas Bitter, der Deutschen Presse-Agentur vor der Veröffentlichung der Bundeswaldinventur. Voraussetzung fĂŒr eine gelingende Wiederbewaldung der vom BorkenkĂ€fer geschĂ€digten FlĂ€chen und fĂŒr einen erfolgreichen Waldumbau seien verlĂ€ssliche forstpolitische Rahmenbedingungen, im Bund wie in den BundeslĂ€ndern.
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Ăzdemir (GrĂŒne) stellt heute Vormittag die Inventur zum Zustand und Umfang der WĂ€lder in Deutschland vor. Die Untersuchung liefert auf Basis umfangreicher Stichproben Informationen etwa zur WaldflĂ€che, zu SchĂ€den an BĂ€umen, den Anteilen der Baumarten sowie zur Holznutzung. Sie liefert damit grundlegende Daten, die fĂŒr den Schutz der WĂ€lder, die wirtschaftliche Nutzung und die Anpassung an verĂ€nderte Klimabedingungen wichtig sind.
Der Wald als wichtige Kohlenstoffsenke
Die Bindung von Kohlendioxid (CO2) je Hektar sei in jungen, heranwachsenden WĂ€ldern viel höher als in Ă€lteren BestĂ€nden, so dass der junge Wald "stark als Kohlenstoffsenke wirkt", so Bitter. "Zum anderen liefert die Waldpflege mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz wertvolle klimaschonende Produkte. Mit deren Nutzung erfĂŒllt der Wald seine Funktion als KlimaschĂŒtzer optimal."
StĂŒrme und Trockenheit sowie DĂŒrre und insbesondere der BorkenkĂ€fer hĂ€tten dem Wald in vielen Regionen Deutschlands in den vergangenen Jahren zugesetzt. "Wir gehen davon aus, dass sich die Auswirkungen dieser Klima-SchĂ€den auf den Wald in den Resultaten der Bundeswaldinventur ebenso widerspiegeln wie die Erfolge der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und des Waldumbaus", sagte Bitter.
Ăkosystemleistungen des Waldes gehen ĂŒber Klimaschutz hinaus
Als Erfolg bezeichnete er die gezielte Entwicklung des Waldes hin zu strukturreichen, klimaresilienteren MischwĂ€ldern. Mit Klimaresilienz ist WiderstandsfĂ€higkeit gegen die Folgen des Klimawandels gemeint. Bitter argumentierte zudem, neben dem Klimaschutz stellten die Waldbesitzer weitere wichtige Ăkosystemleistungen fĂŒr Umwelt und Gesellschaft bereit, von der Sicherung hoher Boden- und WasserqualitĂ€t bis hin zum Wegenetz fĂŒr Millionen Besucher in den WĂ€ldern.
Die Bundeswaldinventur muss laut Gesetz mindestens ist alle zehn Jahre stattfinden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium bezeichnet sie als umfangreichste Erhebung zum Zustand der WĂ€lder in Deutschland und hat das ThĂŒnen-Institut fĂŒr Waldökosysteme mit der Leitung der Untersuchung beauftragt. Wald bedeckt rund ein Drittel der gesamten FlĂ€che Deutschlands.
"Der Wald ist unser Patient, der dringend Hilfe benötigt", teilte FDP-Fraktionsvize Carina Konrad mit. Der schlechte Zustand mahne zum Handeln. Sie forderte, den Waldbauern mehr Freiraum zu geben. Ein resilienter Wald der Zukunft mĂŒsse auch nicht-heimische Baumarten integrieren, denn nicht alle einheimischen Arten können den zunehmenden Extremwetterlagen standhalten.

