Deutschland, Gesundheit

Massive LĂ€nder-Kritik am Sparpaket fĂŒr KassenbeitrĂ€ge

12.06.2026 - 11:53:34 | dpa.de

Die Ausgaben fĂŒr die medizinische Versorgung steigen immer weiter. Die Bundesregierung will mit einem Gesetz gegensteuern, das jetzt in die Beratung startet. Im Bundesrat formiert sich Widerstand.

Der rheinland-pfÀlzische MinisterprÀsident Schnieder warnte vor negativen Effekten der Gesundheitsreform. - Bild: Michael Kappeler/dpa
Der rheinland-pfÀlzische MinisterprÀsident Schnieder warnte vor negativen Effekten der Gesundheitsreform. - Bild: Michael Kappeler/dpa

Die LĂ€nder melden massive EinwĂ€nde gegen das Sparpaket der schwarz-roten Koalition bei den Gesundheitsausgaben an. Im Bundesrat sagte der rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sident Gordon Schnieder (CDU) mit Blick auf regionale Kliniken, das Paket gefĂ€hrde Versorgungsstrukturen gerade in FlĂ€chenlĂ€ndern. Es verschlechtere zudem die Rahmenbedingungen wichtiger Innovationstreiber - am Ende zum Nachteil der Patienten, warnte er angesichts angekĂŒndigter Investitionsstopps von Pharmakonzernen in seinem Bundesland.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) monierte, Versicherte, Leistungserbringer und Kassen sollten mehr Lasten tragen, wÀhrend der Bund den Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung senke.

Bundesrat fordert Streichung mehrerer Sparmaßnahmen

Der Bundesrat machte in einer Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zahlreiche Kritikpunkte deutlich. Die LĂ€nder fordern demnach die Streichung mehrerer geplanter Einsparmaßnahmen bei Kliniken, Praxen, Apotheken und Pharmabranche. Das Gesetz ist im Bundesrat nicht zustimmungsbedĂŒrftig, die LĂ€nder könnten es aber ausbremsen, indem sie den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anrufen. Der BundesratsprĂ€sident, Bremens BĂŒrgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), sagte im ZDF-«Morgenmagazin», er rechne damit.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat ihren Gesetzentwurf am Morgen parallel im Bundestag eingebracht. Er soll die gesetzlichen Krankenkassen entlasten und 2027 höhere ZusatzbeitrĂ€ge verhindern soll. Geplant sind Miliarden-Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche. Auf Patienten kommen etwa höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente und EinschrĂ€nkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern zu.

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