KrisengesprÀch zum Magdeburger Weihnachtsmarkt am Mittwoch
11.11.2025 - 13:11:19Im Streit um die Genehmigung des Magdeburger Weihnachtsmarkts haben sich OberbĂŒrgermeisterin Simone Borris (parteilos) und Stadtratsvorsitzender Wigbert Schwenke (CDU) an MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) gewandt und ihn um UnterstĂŒtzung gebeten. «Wir stehen unter massivem Zeitdruck. Der Aufbau des Weihnachtsmarkts lĂ€uft, VertrĂ€ge sind geschlossen, Existenzen, auch fĂŒr HĂ€ndler in der gesamten Innenstadt, hĂ€ngen an Entscheidungen, die in wenigen Tagen getroffen werden mĂŒssen», heiĂt es in dem offenen Brief an Haseloff. «Wir können nicht lĂ€nger abwarten, wĂ€hrend ZustĂ€ndigkeiten hin- und hergeschoben werden.»
Haseloff hat sich der Sache angenommen und ein gemeinsames GesprĂ€ch von Vertretern der Stadt und des Landesverwaltungsamts am Mittwoch vermittelt. «Ziel ist es, einen sicheren Weihnachtsmarkt durchzufĂŒhren», sagte der Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur. Er erwarte, dass die offenen Fragen in einem guten Miteinander geklĂ€rt wĂŒrden, so Haseloff.
Die OberbĂŒrgermeisterin hatte den Stadtrat am Montagabend darĂŒber informiert, dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr vorerst nicht genehmigt werden könne. Bereits seit Ende Oktober werden auf dem Alten Markt vor dem Rathaus die Buden aufgebaut. Die Eröffnung ist am 20. November geplant.
Gibt es MĂ€ngel bei der Sicherheit?
Hintergrund der möglichen Absage ist eine EinschĂ€tzung des Landesverwaltungsamts. Darin werden unter anderem der Zufahrtsschutz und die Organisation der SicherheitskrĂ€fte bemĂ€ngelt. Es könne daher keine Zustimmung zum Sicherheitskonzept geben, heiĂt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Die Landeshauptstadt teilte nun dazu mit, sie sei von der Kommunalaufsicht angewiesen worden, «dass sie als kommunale Sicherheitsbehörde die Marktfestsetzung, einschlieĂlich Sicherheitskonzept, nicht erteilen darf». Laut dem Landesverwaltungsamt schaffe der Veranstalter mit dem Weihnachtsmarkt ein potenzielles Anschlagsziel.
Stadt Magdeburg erwartet landeseinheitliche Regelung
Die Ăbertragung der Verantwortung fĂŒr Terrorschutz und die Forderung nach vollstĂ€ndiger EinzĂ€unung und Taschenkontrollen mĂŒssten zurĂŒckgenommen werden, teilte die Stadt mit. Nötig sei eine sofortige landeseinheitliche und rechtssichere Regelung fĂŒr Sicherheitsanforderungen bei GroĂveranstaltungen. «Wir bitten Sie eindringlich, gemeinsam mit uns zu handeln â jetzt», heiĂt es im Schreiben an Haseloff.
Vor gut einem Jahr war ein Mann mit einem 340 PS starken Mietwagen ĂŒber den Weihnachtsmarkt gefahren und hatte sechs Menschen getötet und mehr als 300 zum Teil schwer verletzt. Am Montag begann in Magdeburg der Prozess gegen den Angeklagten aus Saudi-Arabien.


