Bulgariens, Regierung

Bulgariens Regierung begrĂŒĂŸt eingeschrĂ€nkten Schengen-Beitritt

31.12.2023 - 14:49:43 | dpa.de

Die bulgarische Regierung hat die von den EU-Staaten beschlossene Aufhebung der Personenkontrollen an den Luft- und Seegrenzen des Landes begrĂŒĂŸt.

Der Beitritt zum Schengen-Raum sei eine nationale PrioritĂ€t, hieß es in einer ErklĂ€rung der Vizeregierungschefin und Außenministerin Maria Gabriel vom Sonntag. Die EU-Staaten hatten am Samstag beschlossen, den grenzkontrollfreien Schengen-Raum auf Bulgarien und RumĂ€nien auszuweiten.

"Bulgarien wartet seit zwölf Jahren auf diesen Augenblick", schrieb der Co-Vorsitzende der mitregierenden liberalen Partei "Wir fĂŒhren den Wandel fort" (PP), Kiril Petkow, auf Facebook. Bulgarien wolle gemeinsam mit der EU jetzt auch auf das Entfallen der Kontrollen an den Landgrenzen hinarbeiten, erklĂ€rte Außenministerin Gabriel.

Die russlandfreundliche Oppositionsparteien kritisierten den eingeschrĂ€nkten Schengen-Beitritt Bulgariens ab Ende MĂ€rz 2024. "Wir haben alle Bedingungen erfĂŒllt und verdienen alles - eine vollstĂ€ndige Schengen-Aufnahme", meinte Sozialsten-Chefin Kornelia Ninowa. Der Vorsitzende der nationalistischen Partei Wasraschdane (Wiedergeburt), Kostadin Kostadinow, bemĂ€ngelte, dass nach dem Dublin-Abkommen Bulgarien nun aus andere EU-Staaten zurĂŒckgefĂŒhrte Migranten verstĂ€rkt aufnehmen mĂŒsse. "Die Regierung macht Bulgarien zu einem riesigen FlĂŒchtlingslager", meinte er.

Das sĂŒdöstliche EU-Land hat eine rund 250 Kilometer lange kritische EU-Außengrenze zur TĂŒrkei, die unter anderem mit StacheldrahtzĂ€unen geschĂŒtzt wird. Migranten aus Krisengebieten versuchen immer wieder, irregulĂ€r ĂŒber diese Grenze in die EU zu gelangen. Von Januar bis Ende November 2023 verhinderte die bulgarische Grenzpolizei eigenen Angaben zufolge fast ausschließlich an der Grenze zur TĂŒrkei 176 000 irregulĂ€re GrenzĂŒbertritte. Gut 18 000 Migranten seien zudem in diesem Zeitraum im Landesinneren festgenommen worden.

Die EU-LĂ€nder hatten sich am Samstag darauf verstĂ€ndigt, den Schengen-Raum auf RumĂ€nien und Bulgarien auszuweiten. Demnach sollen die Personenkontrollen an den internen Luft- und Seegrenzen ab Ende MĂ€rz 2024 aufgehoben werden. Über die Aufhebung der Kontrollen an den Landgrenzen soll spĂ€ter entschieden werden.

Der Schengen-Raum soll uneingeschrÀnkten Personenverkehr in Europa gewÀhrleisten. Bislang gehörten ihm 23 der 27 EU-MitgliedslÀnder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz an.

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