Deutschland zahlt EntschĂ€digung nach Urteil zu ZurĂŒckweisung
28.03.2025 - 01:00:00"Wenn in den aktuellen Koalitionsverhandlungen von Union und SPD direkte ZurĂŒckweisungen von Schutzsuchenden diskutiert werden, muss an das grandiose Scheitern der von Innenminister Horst Seehofer 2018 ausverhandelten Vereinbarungen mit Griechenland und Spanien erinnert werden", sagte die flĂŒchtlingspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Clara BĂŒnger, der Zeitung. "Schutzsuchende dĂŒrfen nicht ungeprĂŒft einfach so zurĂŒckgewiesen werden. Das ist geltendes Recht und daran muss sich auch ein möglicher Bundeskanzler Merz halten." ĂuĂerst restriktiv geht Deutschland laut der Antwort des BMI auf die Linken-Anfrage inzwischen gegen jene GeflĂŒchtete vor, die in Griechenland bereits einen Schutzstatus bekommen haben, und trotzdem noch einen Asylantrag in Deutschland stellen. Seit Mitte 2024 gewĂ€hrt das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) in diesen FĂ€llen ĂŒberwiegend keinen Schutzstatus mehr. Im zweiten Halbjahr 2024 erhielten nur noch 9,5 Prozent der Betroffenen einen Schutzstatus, in 85,9 Prozent der FĂ€lle wurden AntrĂ€ge als "unzulĂ€ssig" zurĂŒckgewiesen. Im ersten Halbjahr war das VerhĂ€ltnis nahezu umgekehrt; nur 3,4 Prozent der AntrĂ€ge wurden mit Verweis auf die Anerkennung in Griechenland abgelehnt. Die Linken-Politikerin hĂ€lt die Entwicklung fĂŒr besorgniserregend. Seit fast vier Jahren fĂŒhre die Bundesregierung ergebnislose GesprĂ€che mit der griechischen Regierung zur Verbesserung der Lage anerkannter GeflĂŒchteter dort, sagte BĂŒnger. "Dass es in der EU keine solidarische Verantwortungsteilung in der Asylpolitik gibt, darf nicht zu Lasten der SchutzbedĂŒrftigen gehen."


