Visa, Afghanen

Visa fĂŒr Afghanen - Gericht setzt Beschluss zunĂ€chst aus

31.07.2025 - 12:54:57

Die Bundesregierung will das Aufnahmeprogramm fĂŒr gefĂ€hrdete Afghanen beenden. Es gibt aber noch bestehende Zusagen. Die beschĂ€ftigen Gerichte.

  • Aktivisten fordern von der Bundesregierung die Fortsetzung des Aufnahmeprogramms. (Archivfoto) - Foto: Michael Brandt/dpa

    Michael Brandt/dpa

  • Die Afghaninnen und Afghanen, die bereits eine Aufnahmezusage haben, fĂŒrchten, von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben zu werden. (Archivfoto) - Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

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Aktivisten fordern von der Bundesregierung die Fortsetzung des Aufnahmeprogramms. (Archivfoto) - Foto: Michael Brandt/dpaDie Afghaninnen und Afghanen, die bereits eine Aufnahmezusage haben, fĂŒrchten, von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben zu werden. (Archivfoto) - Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Im Streit um Visa fĂŒr eine Afghanin und ihrer Familie zur Einreise nach Deutschland hat die Bundesregierung erreicht, dass ihnen die Dokumente zunĂ€chst nicht erteilt werden mĂŒssen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) hat einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin vom 7. Juli vorlĂ€ufig ausgesetzt, wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. So solle vermieden werden, dass Fakten vor einer endgĂŒltigen Entscheidung geschaffen wĂŒrden.

Diese beabsichtigt der zustĂ€ndige 6. Senat nach Angaben des Sprechers so bald wie möglich, spĂ€testens jedoch Ende August, zu treffen. Derzeit liefen jedoch noch Fristen fĂŒr Stellungnahmen. 

Familie wartet in Pakistan auf Entscheidung

Hintergrund ist der Streit um das Bundesaufnahmeprogramm fĂŒr besonders gefĂ€hrdete Afghaninnen und Afghanen. Im vorliegenden Fall geht es um Zusagen der Bundesregierung an eine Juradozentin und ihre 13 Familienangehörigen, die in Pakistan auf Visa warten.

Das Verwaltungsgericht entschied in erster Instanz im Eilverfahren, die Bundesregierung habe sich «durch bestandskrÀftige, nicht widerrufene Aufnahmebescheide rechtlich zur Aufnahme gebunden». Von dieser freiwillig eingegangen Bindung könne sich Deutschland nicht lösen. 

Zudem gebe es keine Sicherheitsbedenken und die IdentitÀt der Menschen sei geklÀrt. Der Familie droht nach eigenen Angaben die Abschiebung nach Afghanistan, wo ihr Leben unter der Herrschaft der islamistischen Taliban gefÀhrdet sei. Dies wurde aus Sicht des Gerichts glaubhaft dargestellt.

Mehr als 2.000 warten auf ein Visum

Die Bundesregierung hat Beschwerde gegen die Gerichtsentscheidung eingelegt. Darauf hat das OVG zunÀchst mit dem Zwischenbescheid reagiert. 

Das Bundesinnenministerium hatte betont, fĂŒr Menschen im Verfahren, die sich in Pakistan aufhielten, werde die Unterbringung, Versorgung und Betreuung vor Ort durch die Bundesregierung organisiert. Nach Angaben des AuswĂ€rtigen Amtes von Mitte Juni warten rund 2.400 Menschen in Pakistan darauf, dass sie ein Visum bekommen. Betroffen davon sind nach den Angaben etwa Menschen, die sich fĂŒr Gleichberechtigung und Demokratie eingesetzt haben.

@ dpa.de