Soldaten, Bestrebungen

2023: 62 Soldaten wegen rechtsextremistischer Bestrebungen entlassen

04.12.2024 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Bundeswehr hat im Jahr 2023 insgesamt 62 Soldaten wegen rechtsextremistischer Bestrebungen entlassen.

Bundeswehr-Soldat (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das geht aus der Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Gruppe im Bundestag hervor, ĂŒber die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Mittwochausgaben) berichten. Demnach wurden 41 Mannschaftsdienstgrade, elf Unteroffiziere und zehn Offiziere entlassen. Im selben Zeitraum wurden außerdem 94 Bewerber bereits wĂ€hrend des Auswahlverfahrens wegen "Zweifeln an der Verfassungstreue" abgelehnt, wie das Ministerium mitteilte. Im Rahmen der Verdachtsfallbearbeitung durch den MilitĂ€rischen Abschirmdienst (MAD) wurden 33 Personen im Bereich Rechtsextremismus in die "Kategorie Orange" eingestuft.

Das bedeutet, dass aus Sicht des MilitĂ€rnachrichtendienstes Erkenntnisse vorliegen, die einen Verdacht auf fehlende Verfassungstreue begrĂŒnden. Sechs Personen wurden innerhalb des Jahres in die "Kategorie Rot" eingestuft - also als klar extremistisch. Zehn dieser als "orange" oder "rot" eingestuften Soldaten wurden entlassen, gegen etwa 20 waren gerichtliche Verfahren anhĂ€ngig. In einer Tabelle listet das Verteidigungsministerium außerdem 205 Meldungen zu rechtsextremistischen, rassistischen oder antisemitischen VorfĂ€llen auf, die den Dienststellen der Bundeswehr im Jahr 2023 bekannt wurden. Darin werden die VorfĂ€lle jeweils kurz beschrieben. Mehrere Soldaten wurden demnach wegen rassistischer oder rechtsextremer Äußerungen gegenĂŒber anderen Soldaten entlassen. In anderen FĂ€llen ging es etwa um das öffentliche Bekenntnis zur ReichsbĂŒrgerszene. Ein Zeitsoldat in Brandenburg wurde entlassen, weil er "sich öffentlichkeitswirksam in Tiktok zu russischer Musik und mit Fahnen der russischen Föderation hinterlegt, in Uniform mit klar erkennbaren deutschen Hoheitsabzeichen sowie Dienstgrad" prĂ€sentiert hatte. Die Linke lobt das Vorgehen der Bundeswehr. "Die Gesamtschau der FĂ€lle vermittelt den Eindruck, dass in der Bundeswehr die Problematik rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Einstellung ernst genommen wird", sagte die Linken-Abgeordnete Martina Renner den Zeitungen. Allerdings bleibe der Handlungsdruck auch unverĂ€ndert hoch. "Die Zahl der bereits im Einstellungsverfahren abgewiesenen Bewerber ist nahezu unverĂ€ndert. Zudem gelingt es offenbar nicht, alle Soldaten mit einer Risikobewertung aus der Truppe zu entfernen", sagte Renner. Ob sich dies mit den neuen Möglichkeiten des Soldatengesetzes Ă€ndere, mĂŒsse sich erst noch zeigen.

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