Inspekteur: AusspÀhaktionen sind 'kleiner Wake-Up-Call'
30.08.2025 - 09:36:53"Wir haben die SicherheitsmaĂnahmen verbessert. Wir sind dabei, diese StĂŒtzpunkte in der Luft, unter Wasser und ĂŒber Wasser besser zu schĂŒtzen, auch mit eigenen Drohnenanlagen", sagte der Chef der SeestreitkrĂ€fte in dem am Freitag aufgezeichneten "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. "Insofern ist das auch in Teilen so ein kleiner Wake-up-Call, dass wir aufwachen, dass wir mehr machen mĂŒssen, um unsere Menschen und unser Material entsprechend zu schĂŒtzen."
In einem kĂŒrzlich veröffentlichten Bericht der "New York Times" hieĂ es unter Berufung auf Quellen aus US-Behörden und anderen westlichen Staaten, Russland oder russische UnterstĂŒtzer lieĂen Routen im Osten Deutschlands, die fĂŒr die Lieferung von MilitĂ€rgĂŒtern an die Ukraine genutzt wĂŒrden, mit Drohnen ĂŒberwachen. Kaack sagte weiter, das AusspĂ€hen finde auf ganz unterschiedliche Art und Weise statt - mit Menschen, mit Drohnen. "Wir haben Eindringversuche und Sabotageversuche." Einige Soldaten wĂŒrden auf ihrem Weg nach Hause kontaktiert. "Was wir da machen, ist natĂŒrlich zu reagieren."
Kaack lobt Wehrdienstmodell
Kaack lobte das geplante Wehrdienstmodell, das am Mittwoch vom Kabinett beschlossen worden war. Er sei ĂŒberzeugt, dass die geplante freiwillige Wehrdienstlösung der Marine massiv helfen werde, ihre Nachwuchsprobleme in den Griff zu bekommen. "Der neue Wehrdienst wird der Game-Changer", sagte Kaack.
Er rĂ€umte ein, dass er "immer ein Freund der Wehrpflicht" gewesen sei, allerdings lasse sich die Zeit seit Aussetzen der Wehrpflicht im Jahr 2011 nicht ungeschehen machen. Entsprechend werde die Bundeswehr Zeit brauchen, die damals aufgegebenen FĂ€higkeiten wiederherzustellen. Man mĂŒsse sich zu einer Ausbildungsmarine hinentwickeln, die massiv und regelmĂ€Ăig eine groĂe Zahl von jungen Menschen dafĂŒr begeistere, sich lĂ€nger zu verpflichten. "Und das braucht auch seine Zeit."
Nach dem Kabinettsbeschluss soll zunĂ€chst versucht werden, die Zahl der Freiwilligen fĂŒr einen Dienst in der Bundeswehr zu erhöhen. Nach den neuen Nato-Zielen muss die Bundeswehr eine PersonalstĂ€rke von mindestens 260.000 MĂ€nnern und Frauen in der aktiven Truppe sowie 200.000 Reservistinnen und Reservisten erreichen. Gelingt es nicht, genĂŒgend Freiwillige zu gewinnen, kann dem Gesetzentwurf zufolge eine verpflichtende Heranziehung eingefĂŒhrt werden. Dies wĂŒrde aber nicht automatisch geschehen, sondern mĂŒsste vom Parlament noch einmal gebilligt werden.

