Bundeswehr, Deutschland

Post vom Bund: Fragebögen zum Wehrdienst sind unterwegs

15.01.2026 - 18:10:28 | dpa.de

Die Bundeswehr schlÀgt beim Wehrdienst ein neues Kapital auf. Nach der politischen Einigung erhÀlt nun der erste Jahrgang ein Schreiben von den StreitkrÀften.

  • Neuer Wehrdienst - Erste Fragebögen werden verschickt - Foto: Kay Nietfeld/dpa
    Neuer Wehrdienst - Erste Fragebögen werden verschickt - Foto: Kay Nietfeld/dpa
  • Neuer Wehrdienst in der Praxis - Foto: Christoph Reichwein/dpa
    Neuer Wehrdienst in der Praxis - Foto: Christoph Reichwein/dpa
Neuer Wehrdienst - Erste Fragebögen werden verschickt - Foto: Kay Nietfeld/dpa Neuer Wehrdienst in der Praxis - Foto: Christoph Reichwein/dpa

Zum Start des neuen Wehrdiensts hat die Bundeswehr die ersten Fragebögen auf den Weg gebracht. «Heute sind die ersten 5.000 Schreiben an die jungen Menschen des Geburtsjahrgangs 2008 versendet worden», sagte der Personalchef der Bundeswehr, Generalleutnant Robert Sieger, der Deutschen Presse-Agentur in Köln. 

Alle MĂ€nner und Frauen, die volljĂ€hrig werden, erhalten nun im ersten Schritt den Fragebogen, um Eignung und Motivation fĂŒr die Bundeswehr zu erheben - jene, die in diesem Jahr bereits Geburtstag hatten, erhalten ihn nachlaufend. Junge MĂ€nner mĂŒssen den Bogen verpflichtend ausfĂŒllen, denn nach dem Grundgesetz ist eine Wehrpflicht nur fĂŒr MĂ€nner möglich. FĂŒr junge Frauen ist dies freiwillig. Der Jahrgang 2008 umfasst knapp 700.000 junge MĂ€nner und Frauen.

Fragebogen erfordert etwa 15 Minuten

Die Briefe enthalten einen QR-Code zum eigentlichen Fragebogen sowie eine BroschĂŒre und rechtliche Hinweise. Der Fragebogen wird online ausgefĂŒllt und umfasst Angaben etwa zu KörpergrĂ¶ĂŸe und Gewicht, Gesundheitszustand, Fitness, BildungsabschlĂŒssen, vorhandener Fahrerlaubnis und zur Bereitschaft, freiwillig zu dienen. «Man braucht ungefĂ€hr 15 Minuten, um den Fragebogen auszufĂŒllen», sagte Sieger, der PrĂ€sident des Bundesamts fĂŒr das Personalmanagement der Bundeswehr ist. Die Bundeswehr wolle sich bei Interessenten um passgenaue Angebote bemĂŒhen.

Wer allerdings die Auskunft verweigert, der muss nach dem neuen Gesetz auch mit Sanktionen rechnen. So ist grob unrichtiges AusfĂŒllen oder mehrmalige Verzögerung eine Ordnungswidrigkeit, fĂŒr die eine Geldbuße vorgesehen ist.

«Aber – und das gehört auch dazu – es kann ja auch sein, dass man einfach gar nicht da ist oder mehrere Monate im Ausland ist und auch letztendlich es gar nicht mitbekommt, dass man angeschrieben worden ist», erklĂ€rte Sieger «Und deswegen prĂŒfen wir jeden Einzelfall.» 

General: Neuer Wehrdienst ist «Game-Changer» 

Konkret hat man vier Wochen Zeit, um den Fragebogen auszufĂŒllen. Sonst folgt ein automatisches Erinnerungsschreiben, und danach hat man nochmal zwei Wochen Zeit. «Und erst danach schauen wir, welche BeweggrĂŒnde, welche UmstĂ€nde, welche HinderungsgrĂŒnde mögen vielleicht dafĂŒr verantwortlich gewesen sein, dass der Fragebogen nicht ausgefĂŒllt werden konnte», sagte Sieger.

FĂŒr die Bundeswehr sei der neue Dienst ein «Game-Changer». «Der neue Wehrdienst und die jungen Menschen, die ĂŒber den neuen Wehrdienst zu uns kommen, sind wesentlicher Teil der Lebensversicherung der Bundesrepublik Deutschland. Und der neue Wehrdienst ist, wenn man das kurz fassen will, ein Teil der Daseinsvorsorge unseres Landes», erlĂ€uterte der Generalleutnant. Der Dienst sei ein Angebot, «fĂŒr unsere Werte einzutreten, fĂŒr unser Land, seine Rechte, die Privilegien und damit auch Verantwortung zu ĂŒbernehmen fĂŒr die Sicherheit».

Der Dienst selbst ist nach dem Willen von Bundesregierung und der Mehrheit des Bundestags weiter freiwillig und nun mit zusÀtzlichen Anreizen versehen. 

Pistorius und Breuer: Junge Menschen ernst nehmen

Das Gesetz fĂŒr den neuen Wehrdienst war am 1. Januar in Kraft getreten. Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geĂ€nderten Nato-Ziele. So soll die aktive Truppe von zuletzt mehr als 180.000 MĂ€nnern und Frauen um 80.000 auf 260.000 MĂ€nner und Frauen wachsen. Zudem soll es 200.000 MĂ€nner und Frauen in der Reserve geben. 

Der Erfolg des Wehrdiensts werde sich nicht auf dem Papier, sondern im Alltag der Truppe entscheiden, hatten Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Generalinspekteur Carsten Breuer zum Jahresbeginn in einem Tagesbefehl an die Truppe erklÀrt. Und: «Wer junge Menschen gewinnen will, muss sie ernst nehmen.»

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