Nahost-Konflikt, Bundeswehr

Nahost-Konflikt: Bundeswehr entsendet SpezialkrÀfte nach Zypern

Veröffentlicht am: 17.10.2023 um 15:49 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Die Bundeswehr soll SpezialkrÀfte nach Zypern entsandt haben, um eine militÀrische Evakuierung aus Israel notfalls zu begleiten und abzusichern.

Bundeswehr-Soldat mit G36 (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Bundeswehr-Soldat mit G36 (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochausgaben) unter Berufung auf Bundestagskreise. Demnach handelt es sich um Mitglieder des Kommandos SpezialkrĂ€fte (KSK), das seinen Sitz im baden-wĂŒrttembergischen Calw hat und unter anderem auf Geiselbefreiungen spezialisiert ist.

Zwischen Zypern und Israel liegen etwa 400 Kilometer und damit nur eine Flugstunde. MilitĂ€rische Evakuierung bedeutet, dass dabei notfalls Waffengewalt angewendet werden darf und das Parlament seine Zustimmung geben muss. Laut RND wurden die Botschaften in Israel und den NachbarlĂ€ndern mit KrisenunterstĂŒtzungsteams verstĂ€rkt. Ihnen gehören ebenfalls SpezialkrĂ€fte an. Es handelt sich um Maßnahmen im Rahmen der sogenannten Nationalen Krisenvorsorge zum Schutz und zur Sicherheit deutscher Staatsangehöriger im Ausland. Dazu zĂ€hlt die prĂ€ventive Beratung deutscher Botschaften ebenso wie die Evakuierung aus Krisensituationen und die Beendigung von EntfĂŒhrungen im Ausland, Geiselbefreiungen eingeschlossen. Unter den von KĂ€mpfern der Hamas aus Israel entfĂŒhrten Menschen befinden sich unter anderem deutsche Staatsangehörige. Das AuswĂ€rtige Amt spricht von insgesamt acht FĂ€llen, wozu im Einzelfall mehrere Betroffene zĂ€hlen. Das Verteidigungsministerium Ă€ußerte sich auf Anfrage nicht zu den Informationen, weil solche AktivitĂ€ten immer der Geheimhaltung unterliegen. Es hatte zuletzt MilitĂ€rtransporter vom Typ A400M entsandt, die bei vier FlĂŒgen Deutsche aus Israel evakuierten. Hierbei handelte es sich aber lediglich um eine UnterstĂŒtzungsleistung fĂŒr das zustĂ€ndige AuswĂ€rtige Amt und nicht um eine militĂ€rische Evakuierung im eigentlichen Sinne. Die Bundesregierung fĂŒrchtet laut RND im Falle einer israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen ein Eingreifen der Hisbollah-Miliz im Libanon, die als militĂ€risch ungleich gefĂ€hrlicher gilt als die Hamas, so dass ein Zwei-Fronten-Krieg entstĂŒnde. Demnach könnte in Israel und dem Libanon der zivile Flugverkehr rasch zum Erliegen kommen und militĂ€rische Evakuierungen der Bundeswehr notwendig machen.

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