Deutschland soll bis Ende MĂ€rz einen neuen Verteidigungsplan haben
25.01.2024 - 06:39:03Dazu werde ein neuer Operationsplan Deutschland (OPLAN) erstellt, der festlege, wie im Spannungs- und Verteidigungsfall gemeinsam vorgegangen werde solle, sagte der Befehlshaber des Territorialen FĂŒhrungskommandos, Generalleutnant AndrĂ© Bodemann, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Ăber das in den Details streng geheime und hunderte Seiten umfassende Dokument soll am Mittwoch auf einem Symposium in Berlin mit Polizeibehörden, BevölkerungsschĂŒtzern, dem THW, Wissenschaftlern, der Energie- und Logistikbranche sowie Alliierten beraten werden. Der Plan soll bis Ende MĂ€rz fertig sein und fortgeschrieben werden. Deutschland hat dann erstmals seit dem Kalten Krieg wieder einen aktuellen und umfassenden Verteidigungsplan.
Doch die Lage in Europa ist anders als vor 30 Jahren, als Deutschland Frontstaat war. Nun ist Deutschland in der "rear area", wie die Nato sagt, also im hinteren Bereich. Die Aufgabe Deutschlands werde es sein, die Aufmarschwege fĂŒr VerbĂŒndete zu unterhalten und die Konvois zu versorgen ("Host Nation Support"). Dazu laufen bereits jetzt verstĂ€rkte Ăbungen.
Die MilitÀrs erwarten vier Bedrohungen, die teils schon jetzt zu beobachten seien, darunter Fake News und Desinformation. Der Gegner werde versuchen, Regierungsentscheidungen, die Meinung der Bevölkerung und vielleicht auch der Medien zu beeinflussen. Zudem werden Angriffe im Cyberraum erwartet gegen Energieunternehmen und die Telekommunikation.
Das Dritte sind gezielte AusspĂ€hungen. "Und der vierte Teil, gegen den wir uns jetzt schon wappnen mĂŒssen, ist ganz klar Sabotage auch durch beispielsweise SpezialkrĂ€fte, durch irregulĂ€re KrĂ€fte, die versuchen, das ein oder andere unbrauchbar zu machen, um damit den Aufmarsch zu behindern oder zu verhindern", sagte der General. Zudem könne die kritische Infrastruktur Ziel von ballistischen Raketen der anderen Seite sein. An einem Schutzschirm werde gearbeitet.

