Friedrich Merz, abschieben

CDU-Chef: Mehr Staaten zu sicheren HerkunftslÀndern erklÀren

03.09.2023 - 09:15:49

Die CDU möchte eine Ausweitung der LÀnder, die als sichere Herkunftsstaaten gelten. Hintergrund ist, Menschen dann auch dorthin abschieben zu können.

CDU-Chef Friedrich Merz dringt darauf, weitere LÀnder zu sogenannten sicheren Herkunftsstaaten zu erklÀren, um Abschiebungen dorthin zu erleichtern.

«Das Grundrecht auf Asyl hat Grenzen in der Anerkennung der tatsĂ€chlichen AsylgrĂŒnde», sagte Merz, der auch Unionsfraktionschef im Bundestag ist, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Moldau, Georgien, Tunesien, Marokko, Algerien oder Indien sind Herkunftsstaaten mit Anerkennungsquoten im Promillebereich. Diese LĂ€nder mĂŒssen als sichere HerkunftslĂ€nder anerkannt werden, damit wir sofort dorthin zurĂŒckfĂŒhren können.»

Die Ampel-Regierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) will zumindest Georgien und Moldau in die Liste der sicheren HerkunftslÀnder aufnehmen. Das Kabinett hatte am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen. Die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat steht allerdings noch aus.

Sichere Herkunftsstaaten sind Staaten, bei denen davon ausgegangen wird, dass es dort in der Regel weder Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Behandlung gibt und dem betroffenen AuslĂ€nder damit in seiner Heimat kein ernsthafter Schaden droht. Aktuell gilt das fĂŒr die Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Union, Ghana, Senegal, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Nordmazedonien, Albanien, Kosovo und Montenegro.

CDU-Chef Merz hielt den GrĂŒnen in der Ampel-Koalition vor, die Ausweisung weiterer sicherer HerkunftslĂ€nder zu blockieren. Merz verwies darauf, dass es nun «die zweite große FlĂŒchtlingskrise nach 2015/2016» gebe. «Das ist eine enorme Belastung. Die Kommunen können nicht mehr, und das muss die Bundesregierung endlich ernst nehmen.»

@ dpa.de