Deutschland, Rente

Ökonomin schlĂ€gt Formel fĂŒr Rentenalter-Anhebung vor

13.08.2023 - 09:43:20

Die Debatte um die Zukunft der Rente hÀlt weiter an. Wer lÀnger arbeiten will, solle das tun, sagt Bundeskanzler Scholz. Aber nicht, weil er muss. Eine «Wirtschaftsweise» hat nun eine andere Idee.

In der Debatte ĂŒber die Zukunft der Rente spricht sich die «Wirtschaftsweise» Veronika Grimm dafĂŒr aus, das Renteneintrittsalter bei steigender Lebenserwartung automatisch anzuheben. «Man sollte die Regelaltersgrenze fĂŒr den Renteneintritt an die Lebenserwartung koppeln», sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

«Die Formel in Zukunft könnte sein: Nimmt die Lebenserwartung um ein Jahr zu, so wĂŒrden zwei Drittel des zusĂ€tzlichen Jahres der Erwerbsarbeit zugeschlagen und ein Drittel dem Ruhestand.» Ausnahmen mĂŒsste es bei gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen geben, so das Mitglied des SachverstĂ€ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Grimm forderte mit Blick auf den FachkrĂ€ftemangel zudem, der «Trend zur FrĂŒhverrentung» dĂŒrfe sich nicht fortsetzen. «Wir mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass die Menschen lĂ€nger arbeiten wollen und auch können, dass also das tatsĂ€chliche Rentenalter steigt.»

Nach geltender Rechtslage wird die Altersgrenze ohne RentenabschlĂ€ge schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. FĂŒr jene, die 1964 aufwĂ€rts geboren wurden, gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Eine weitere Anhebung hat die Ampel-Koalition bisher ausgeschlossen.

«Ich bin der festen Überzeugung, dass wir es jetzt nicht mehr nötig haben, das Renteneintrittsalter immer weiter anzuheben», sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag bei einem BĂŒrgerdialog in Erfurt. «Wer jetzt mit 17 die Schule verlĂ€sst, hat fĂŒnf Jahrzehnte Arbeit vor sich. Ich finde, das ist genug.» Wenn jemand lĂ€nger arbeiten wolle, solle er das tun können - «aber nicht weil er muss, sondern weil er oder sie kann».

Zuletzt hatte etwa Baden-WĂŒrttembergs Finanzminister Danyal Bayaz (GrĂŒne) gewarnt, ein regulĂ€rer Renteneintritt mit 67 Jahren werde bei gleichbleibendem Wohlstand nicht dauerhaft zu halten sein. In vielen Berufen halte er lĂ€ngeres Arbeiten auch zunehmend fĂŒr zumutbar.

@ dpa.de